Archiv der Kategorie: Das dracanische Reich

Park

Der langgezogene Park, der Tredalor fast in zwei Hälften teilt, zeigt den Verlauf der Stadtmauer von 6200 an. Zu der Zeit war die Maueranlage sehr großzügig geplant worden, doch die Stadt wuchs bald darüber heraus, so dass eine neue Stadtmauer (die heutige) nötig wurde. Heute vertreiben sich die Bürgerin dem Park ihre Freizeit.

Es ist auch eine wirklich schöne Anlage, gut gepflegte, Sand bestreute Wege verlaufen gewunden durch saftige Grasflächen, Bereiche von duftenden, bunt blühenden Blumen und Schatten spendenden Bäumen. Übrigens finden sich keine Zwerge hier, sie haben entweder keine Freizeit oder halten nicht viel von Parks. Wahrscheinlich verbringen sie ihre Tage lieber in dunklen, muffigen Gängen.

Die Kulturstätten

bestehen aus einen Amphitheater, einem Kolosseum und einer Rennbahn, die alle in einem von künstlichen Gewässern aufgelockerten Park angelegt sind. Sein besonderes aussehen erhält der Kulturpark durch die Vielzahl von wunderschönen velenischen Statuen aller Epochen. Die Bauwerke sind um 7800 entstanden und alle aus rotem Marmor erbaut oder zumindest damit verkleidet.

Es finden regelmäßig Aufführungen und Veranstaltungen in ihnen statt. Zwerge besuchen sie normalerweise nur als Aktive im Kolosseum. Es ist nicht so, dass es den Zwergen verboten ist, diesen Park zu betreten, aber sie interessieren sich einfach nicht für diese Art von Kunst. Es muss schon etwas (mehr) Blut fließen, damit Zwerge so richtig ins Schwärmen kommen.

An warmen Sommertagen erfreuen sich die Wasserspiele besonderer Beliebtheit. Hohe Fontänen steigen im Takt von wundervoller Musik, von bunten Laternen beleuchtet, in den klaren Nachhimmel. Ein Schauspiel, dass man nicht verpassen sollte, denn Tredalor ist die einzige Stadt, in der so etwas geboten wird.

Die beiden einzigen Villen im Kulturpark werden von General der Armee und dem Wach- & Zollchef bewohnt, wobei die Villa des letzteren einer Ruine gleicht, wie sie ja in der Stadt Mode sind und vom Baumeister gebaut werden. Es sind die edelsten Wohnhäuser in Tredalor. Der alte General ist von je her reich, woher das Geld des Zolleiters stammt darf niemand offen aussprechen, wenn er in dieser Stadt noch weiter leben möchte. Natürlich ist er nicht bestechlich, falls ich diesen Verdacht erweckt haben sollte, auch mit der Diebesgilde hat er überhaupt nichts am Hut. Der General hat keine Armee mehr, seit langer Zeit löst Tredalor seine Konflikte auf andere Weise, ein Krieg würde nur unnötig den Handel stören, doch der General ist seit je her General und alle haben sich daran gewöhnt, ihn so zu nenne.

Felder

In Mitten der Stadt liegt ein ziemlich großes Gelände, das landwirtschaftlich genutzt wird. Diese offensichtliche Unsinnigkeit stammt noch aus der Zeit, in der die Stadt noch nicht die heutigen Ausmaße hatte. Die beiden Bauernhöfe sind zwar im Besitz eines Bauern, doch ist der kleinere an einen Katvelen verpachtet, der sehr dankbar für diesen Hof ist, denn die Absatzmöglichkeiten sind denkbar gut. Die Städter lieben es frisch einzukaufen und trotzdem nicht weit laufen zu müssen. Bei den beiden Bauern können sie ständig sehen, wie „ihr“ Gemüse heranwächst.

Das Gelände ist bei vielen Kaufleuten so beliebt, das sie schon fast alles versucht haben, um es zu erwerben. Bisher jedoch hat der Bauer allen Angriffen und Verlockungen standgehalten. Es ist aber wohl der Zeitpunkt abzusehen, an dem auch dieser Bereich überbaut wird. Spätestens, wenn irgendjemand den Bereich der legalen Mittel verlässt, um in den Besitz der Felder zu kommen, wird der Bauer wohl aufgeben, denn es ist ein ruhiger und überaus friedliebender Mann. Dennoch ist er sehr standhaft und beharrt auf seinem Besitz.

Es hat bisher immer gesagt: „Ich bin Bauer, was soll ich mit vielen Ockerstücken, die wachsen doch nicht, wenn man sie in die Erde steckt.“ Inzwischen hat sich eine Gruppe von Bürgern gebildet, die nur noch bei diesem Bauern kaufen, weil sie meinen es sei besser, vorher zu sehen, was man isst. Sie behaupten, es sein Dinge in den Pflanzen, die man nicht aufwachsen sieht, die schädlichen für jeden sind, der sie isst. Unsinn, wenn Ihr mich fragt, aber jedem das Seine.

Der Webstuhl

ist auch eine Zwergenwirtschaft (wie sollte es bei dem Namen anders sein). Im Gegensatz zum Amboss ist der Webstuhl mehr das Lokal, in dem man sich abends nach getaner Arbeit zum Bier triff, bevor man nach Hause zu (bebarteten) Frau geht. Die metallverarbeitenden Zwerge ziehen jedoch den Amboss vor.

Die Zwerge scheinen das Althergebrachte in ihren Lokalen zu lieben, denn jede Neuerung, sei es in der Einrichtung oder bei Speisen oder Getränken verschwand schon nach kurzer Zeit wieder, es fand keinen Anklang, egal was es war. Ich erinnere mich nur zu gut daran, als der Wirt es wagte, kleine Streifen von Kartoffelbrei anzubieten, die er zuvor in siedendem Fett gebacken hatte. Es hätte ihn fast alle seine Stammgäste gekostet. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn der Wirt, Jedesfax (mit Betonung auf dem zweiten e) mit Namen es wagen würde, das Essen der Tuschezeichen-Sprecher anzubieten.

Die einzige Änderung, die die Gäste hin und wieder hinnehmen müssen, ist eine Preisänderung, nach oben. Aber selbst die sind selten. Die Preis insgesamt sind moderat und der Qualität angemessen. Wenn ich zwischen dem „Webstuhl“ und dem „Amboß“ wählen müsste, würde ich mich für den Webstuhl entscheiden, das Publikum ist angenehmer und die Atmosphäre angenehmer. Ich werde aber nie in diese Lage kommen, wenn ich eine Zwergenkneipe aufsuche ist es der „Amboß“, da Barftrik, mit dem mich so etwas wie Freundschaft verbindet, als Schmied natürlich dort verkehrt.

Dunkelzwerge werden hier genau wie im „Amboß“ nicht gerne gesehen. Sie sind überall als Krawallmacher verschrien, was wohl durchaus seine Berechtigung hat.

Hotel „Zum verwesenden Leichnam“

Das Hotel liegt gleich neben dem grünen Drachen. Warum es diesen abschreckenden Namen trägt, weiß keiner mehr so genau. Gerüchte lauten, es soll einmal jemand in dem Haus ermordet worden sein oder Leute seinen hineingegangen und nicht in ihrer ursprünglichen Form wieder herausgekommen. Man sagt, dass hat mit den Wesen zu tun, die jetzt die Geisterstadt bevölkern, doch bewiesen ist gar nichts, auch wenn der Wirt alles tut, um jedes Gerücht am Leben zu erhalten, böse Zungen behaupten sogar, er würde in regelmäßigen Abständen neue Gerüchte erfinden und in Umlauf bringen. Der Wirt legt großen Wert auf den Ruf seines Hauses, deshalb hat er wohl auch eine Art Mumie als Schild für sein Hotel gewählt.

Die Zimmer sind anders, als der Name es vermuten lässt sauber und relativ modern. Die Preise sind jedoch recht hoch, da der Wunsch bei vielen Velen und anderen, in einem Haus mit diesem Namen zu schlafen, ebenfalls recht hoch ist. Das Essen nehmen die Gäste gewöhnlich im grünen Drachen ein, da der verwesende Leichnam nicht über eine eigene Küche verfügt. Wenn man den verwesenden Leichnam betritt, gelangt er in einen hellen, weiß gekalkten Raum, dessen linke Seite von einer Treppe aus Ebenholz beherrscht wird. Über sie gelangt man zu den Gästegemächern in der ersten Etage. Auf der rechten Seite befindet sich die Rezeption, hinter der der Besitzer und Wirt ein Velen zu finden ist.

Der verwesende Leichnam ist bei den Bürgern besonders für Hochzeitsreisen beliebt, da sie etwas Grusel gratis bekommen. Auf für den Grusel wird viel getan, so „spuken“ regelmäßig irgendwelche Bedienstete aus früheren Zeiten durch die Gänge, aber keine Sorge, es nimmt keine Ausmaße an, die die Nachtruhe erheblich stören würden. Also jeder, dem in seinem ausgefüllten Leben ein wenig Nervenkitzel fehlt, besonders Abenteurer von Außerhalb klagen ja oft darüber, sein eine Nacht im verwesenden Leichnam empfohlen.

Das Seemannsgarn

ist natürlich das Lokal der Navigationsschüler. Rum ist hier das wichtigste Getränk, auch wenn es sich um eine abgeschwächte Form mit ca. 20\% Alkohol handelt. Das Innere es Lokals ist wie der Rumpf eines Schiffe eingerichtet und auch in viele Räume unterteilt. Der Wirt ist ein alter Gnom, der lange Jahre selber zur See gefahren ist, von ihm können die Schüler noch so machen Trick lernen. Daher ist der Besuch dieses Lokales von den Lehrern trotz des Alkohols recht gerne gesehen.

Wie für die anderen Lokale, die von Schülern bevorzugt werden, gilt: Selbstverständlich sind auch nicht Nichtschüler als Gäste willkommen, doch suchen diese lieber eine der zahlreichen Kneipen in anderen Gegenden der Stadt auf.

Der rostige Nagel

ist ein Lokal, das man ohne etliche Messer an den unmöglichsten Körperstellen besser nicht betreten sollte, es sei denn man möchte ohne Kleidung und Geld wieder auf die Straße kommen. Es wimmelt in diesem Lokal von Halblingen und anderem diebischen Gesindel, der Wein ist gepanscht und das Essen sollten nur Wesen mit einem sehr robusten Magen probieren. Vor allem sollte man entweder einen Vorkoster haben oder vorher ein Gegengift einnehmen.

Doch trotz all dieser Widrigkeiten haben die Gäste ihren Spaß: sie können hier ihre geraubten Waren und Wesen verkaufen und nach Lust und Laune Leute ausrauben und beseitigen. Alle Arten von halluzinogenen Narkotika, krankheitsverursachenden Substanzen und verbotenen Waffen (z.B. Cesti und Stilette) sowie deren Benutzer sind hier ohne weitere Formalitäten zu erhalten. (Sprichwort der Tuschezeichen-Sprecher: „Alles hat seinen Preis.“) Ja, die Inneneinrichtung ist beliebig austauschbar, was auch kein Wunder ist, denn dieser Austausch ist des Öfteren von Nöten. Bei etlichen Kneipenschlägereien geht schon mal das eine oder andere zu Bruch.

Der Wirt, einer kräftiger Mann und die 50 Jahre hat es bisher aber immer geschafft, irgendwann wieder die Oberhand zu erlangen. Sei es durch seine kräftige Stimme oder durch handfestere Argumente. Doch es gibt durchaus auch schöne Stunden im „rostigen Nagel“. Wenn abends am Kamin Räubergeschichten erzählt werden, die so unglaublich klingen, dass sie sich eigentlich niemand ausdenken kann.

Erinnert sich noch jemand an Wizard’s Crown?

Das Ockerstück

fällt schon von weitem durch eine große ockerfarbene Scheibe an der Hausfront auf, die dem Lokal als Schild dient. Auch diese nahe der Schule gelegenen Gastwirtschaft ist das Lieblingslokal einer Gruppe von Schülern, in diesem Falle sind es die Handelsschüler. Der Wirt ist ein älterer Velen, der sich auf keinen Fall aufs Handeln einlässt, da er gegen die in diesem Fach ausgebildeten Schüler wahrscheinlich wenig Chancen hätte. Er selber war ein recht erfolgreicher Händler, bevor eine Intrige ihn sein Vermögen kostete und er das Ockerstück eröffnete, doch von diesem Vorleben weiß keiner seiner Gäste.

Man findet hier des Öfteren alteingesessene Kaufleute aus der Stadt, die sich nach neuen Angestellten oder gar Juniorpartner umsehen. Diese müssen die allerbesten Fähigkeiten haben. Die wichtigste ist, durchschnittlich zu tun, denn die Kaufleute müssen immer das Gefühl haben, die Oberhand zu behalten. Wer würde schon einen Angestellten annehmen, von den er vermuten würde, dass der einem selber über kurz oder lang das Geschäft aus der Hand nimmt. Die wichtigste Fertigkeit eines jungen Händlers ist es also genau das richtige Maß an Mittelmäßigkeit an den Tag zu legen, damit der eine Anstellung in einem Hause findet, das es sich später zu übernehmen lohnt.

Zur lustigen Rebe

ist eine Weinstube an der Grenze zwischen den Viertel der Eldra- und Katvelen. Sie wäre überhaupt nicht zu erwähnen, wenn nicht fast jeden Abend Barden die Gäste unterhalten würden oder Poeten aus ihren Werken zum Vortrage brächten oder etwas Ähnliches. Der Wirt ist ein Veeln. Die Bardenauftritte werden recht spontan am Morgen vorher organisiert. Die Künstler werden nach den Trinkgeldern bezahlt, die in ihren Stücken zusammen kommen. Für einige Künstler, die jeden Abend auftreten, gibt es hinter dem Haus einige Stuben, in denen sie Schlafen können.

Diener und andere Nicht-velen haben nur in Ausnahmefällen Zutritt zur lustigen Rebe, für sie gibt ein gesondertes Zimmer, in dem sie warten können bis ihre Herren sich zu ende vergnügt haben. Es sind überdies auch Kunstformen, die einen Nicht-velen, also zum Beispiel einen Zwerg, kaum begeistern werden, denn die Grundelemente sind Musik und vor allem Wortwitz. Da alle Vorführungen in velenischer Sprache stattfinden, haben Angehörige anderer Rassen oft Schwierigkeiten, die feinen Untertöne zu erfassen, es sei denn, sie sprechen wirklich ausgezeichnet die velenische Sprache.

Die besondere Attraktion der lustigen Rebe ist ein fest angestellter Barde, der die Ereignisse aus Politik und Gesellschaft auf satirische Weise zusammenfasst. Er begeistert das Publikum jeden Abend aufs Neue. Einige seiner Stücke sind so Nahe an der wirklichen Wahrheit, dass er jeden Abend schon mit einem Bein im Gefängnis steht oder Schlimmeres. Doch dem Publikum gefällt es und sogar einige der Betroffenen können darüber lachen, denn trotz allem Spottes, wirkliche Gefahren gehen von diesem Barden nicht aus. Er versteht sich alleinig als Künstler und will keine politischen Veränderungen hervorrufen, auch wenn einige Gruppen der Gesellschaft von Tredalor ihn schon recht eindringlich darum gebeten haben.

Nach all dieser Kunst noch ein kurzes Wort zu Gastlichkeit. Die Weine sind in reichlicher Auswahl vorhanden, für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Zum Wein werden kleine aber sehr delikate Speisen gereicht. Es ist kein Lokal, in das man geht um zu speisen, oder sich mit seinen Tischgenossen zu unterhalten, man kommt hier her, um die Vorführungen zu genießen und nach einem arbeitsreichen Tag in fröhlicher Umgebung noch ein Glas Wein zu trinken. Das Lokal gehört nicht gerade zu den günstigsten in der Stadt, aber der Gast bekommt immerhin auch einiges geboten.

Das Labor

Es handelt sich um das bevorzugte Lokal der wissenschaftlichen Schüler der Tredalor Hauptschule und nicht etwa um einen Ort für wissenschaftliche Übungen. Der Gastraum ist in dunklem Holz gehalten und mit mathematisch-technischen Zeichen und Symbolen verziert. Es gibt hier eine große Auswahl von Fruchtgetränken und nur wenig Alkohol, da diese Schüler sich ihre geistigen Fähigkeiten nicht durch derlei Stoffe beeinträchtigen wollen.

Für den klar denkenden Bürger stellt sich, wenn er den Gesprächen lausch, des öfteren die Frage, wovon diese Leute überhaupt reden und ob sie noch klar bei Verstand sind. Die aller abstruseste Idee, die vor kurzem jemand in diesem Lokal verbreitet war die, dass Säuren eine Menge kleiner, spitzer Dreiecke wäre, womit logisch zu erklären wäre, warum sie Schaden an zum Beispiel Velen hinterlassen. Seifenlauge hingegen sei eine Menge von kleinen Kugeln, die die Haut weich umschmeicheln. Das Erstaunliche bei der Sache ist, die anderen Gäste fanden die Erklärung logisch und faszinierend, obwohl sie doch alle wissen mussten, dass sowohl Säure als Seifenlauge Flüssigkeiten sind und nicht eine Menge von geometrischen Formen.