Archiv der Kategorie: Handwerkliches

Zimmermann Wilfrodw

Der Zimmermann heiß Wilfrodw und ist ein gutmütiger, redseliger Gnom. Handwerklich ist er sehr geschickt, doch sollte man als Kunde darauf achten, dass er sich an die Traditionen hält und keine Eigenkonstruktionen einzubauen versucht, denn denen ist von Grund auf zu misstrauen. Wilfrodw lebt in einem Haus, das gleichzeitig seine Werkstatt beherbergt nahe der Janus-Werf, obwohl er mit dem Schiffbau nichts zu tun haben will. Er pflegt zu sagen: „Wenn-Holz-schwimmen-sollte-so-würde-es-auf-dem-Wasser-wachsen-und-nicht-an-Land-nicht-wahr?“

Das Haus ist schon von Weitem an den großen Holzstapeln zu erkennen, die in dem lagern, was einmal der Vorgarten des Hauses war. Hinter diesen Stapeln liegt ein Haus, welches für die Größe von 1,05m gebaut ist. Sollte man einmal in die Situation kommen, dieses Haus betreten zu müssen, so ziehe man den Kopf ein und achte auf alle Holzteile, es könnten Eigenbauten von Wilfrodw sein. Verhandlungen werden deshalb häufig im Freien geführt. Es ist weniger die geringe Bauhöhe des Hauses, die die Elfen fürchten, als viel mehr die Eigenkonstruktionen des Gnomes.

Ich erinnere mich mit Schrecken an eine Haus auf einem Ochsenkarren. Wilfrodw meinte, das sei doch sehr bequem, man könnt sein Zweithaus überall mit hinnehmen und dort darin wohnen. Niemand hat so etwas gekauft und so verwarf der Gnom auch diese Idee wieder.

Zimmermann Gilor

Ein Bibermensch namens Gilor, der sich auf das Anfertigen von Fachwerkkonstruktionen spezialisiert hat. Er ist ein eine wahrer Meister, wenn es darum geht, tragende Holzkonstruktionen für Bauwerke zu erstellen. Zwei Dinge gibt es, die er nie tun würde: zu einen Schiffe bauen, da er denen irgendwie nicht vertraut und zum anderen Gebäude mit mehr als drei Stockwerken, da er nicht schwindelfrei ist. Auch ist die Gefahr für jedes Stockwerk über dem Erdgeschoss doppelt so hoch wie für das vorherige, dass das Bauwerk nicht so lange steht, wie sich das der Besitzer wünscht, besonders, wenn er grade zu hause ist.

Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass kaum ein Gebäude in Tredalor höher als zwei Stockwerke ist. Das mag sich aber schnell ändern, wenn die Grundstücke so knapp bleiben wie im Moment und der Rat sich nicht schnell entscheidet, eine neue, noch größere Stadtmauer zu bauen, doch wer soll die bezahlen, man ist ja soo arm.

Ziegelei

Hier werden die Steine und Dachziegel für die besseren Häuser der Stadt aus mit dem Schiff angelieferten Rohstoffen gefertigt. Diese Stoffe kommen hauptsächlich aus dem roten Land, wo man sowohl reichte Lager an besten Lehm als auch große Berge von Kalk findet. Der feine weiße Sand kommt aus der Gegend der großen Wanderdünen im Kaiserreich, wo sich weite Wüsten erstrecken.

Der Besitzer ist ein wahrer Künstler, daher ist er weit über die Stadt hinaus für seine Schmuck- und Abschlußsteinen bekannt. Der Meister ist ein Zwerg, obwohl er mitten in einem Viertel der Velen seine Werkstatt aufgeschlagen hat. Das hat historische Gründe, denn die Ziegelei mit ihren wunderschönen Fassade aus blauen, glasierten Ziegeln ist eins der ältesten Gebäude in Tredalor. Diese glasierten Ziegel findet man noch an einigen anderen Häusern, sie sind sehr teuer und weisen immer auf einen großen Reichtum der Hausbesitzer hin. Diese Steine werden für jedes Haus einzeln entworfen und gefertigt, so gleicht kein Haus dem anderen.

Die Ziegelei selber ist recht groß und teilt sich in drei Teile. In dem einen, der sich durch einen hohen Schornstein auszeichnet, werden die Ziegel gebrannt, der mittlere Teil ist die eigentliche Werkstatt, in der die wunderbaren Ziegel entstehen. Im rechten Gebäudetrakt wohnt der Zwerg, Bromodo sein Name, es ist der Teil, an den die Ziegel der Fassade noch an besten erhalten sind. Man erkennt ein Muster, das wie Fachwerk aussieht, doch es besteht nur aus unterschiedlich gemauerten Ziegeln. Der Ziegelleimeister ist für seine Rasse ein recht umgänglicher Geselle. Vielleicht liegt es daran, dass er eher ein Künstler denn ein Krieger ist wie die meisten seiner Rassengenossen. Auch dem Alkohol ist er nicht so stark zugetan, was natürlich nicht heißen soll, dass er ein freundlich dargebotenes Bier ablehnen würde, bei dem man sich wunderbar über die tiefsten Geheimnisse der Ziegelmacherei unterhalten kann.

Deliks Rüstungsschmiede

Delik, ein Fuchsmensch, fertigt keinerlei Metallrüstungen, denn er hat eine starke Abneigung gegen dieses Material und kann keines Falls verstehen, wie man eine so schwere und unbewegliche Rüstung tragen kann. Den Namen Schmiede hat er gewählt, um solche Wesen, die Metallplatten an sich tragen wollen, von einem Besseren überzeugen zu können.

Bei Rüstungen aus Leder und Stoff erfüllt Delik seinen Kunden jedoch jeden noch so ausgefallenen Sonderwunsch. Sein Pachtstück, von dem er auch jedem gerne erzählt war ein Kleid für eine Edeldame, das Schutzeigenschaften wie eine Lederrüstung hatte und sich trotzdem leicht wie Stoff bewegte. Bei normalen Rüstungen gibt es gute Qualität zu annehmbaren Preise, Sonderwünsche werden jedoch teilweise sehr teuer. Die Rüstungsschmiede findet sich zwischen dem Dela und dem Zwergendorf. Diese Rüstungen sind bei den Velen im Allgemeinen sehr beliebt, denn sie teilen Deliks Freude an der Beweglichkeit. So hat er immer gut zu tun und führt ein leben in relativem Reichtum. Die Rüstungen sein teilweise so gut, dass ich von einigen Velen weiß, die sie sich nachher haben verzaubern lassen, damit sie entweder noch leichter wurden oder besseren Schutz boten.

Rilas Backstube

Rila ist eine Velen von etwa 400 Jahren, sie fertigt zusammen mit zwei Gehilfinnen alle Arten von Backwerk. Es gibt ihn ihrem kleinen Laden fünf Sorten von Brot, sieben verschiedene Brötchen und einige Arten von Gebäck zu kaufen. Diese Brötchen sind eine tolle Erfindung, es handelt sich dabei um sehr kleine Brote, die überdies keine so harte Kruste haben. Man isst sie bevorzugt zum Frühstück, aber auch abends sind sie eine gern gesehene Abwechslung. Sie werden in der Mitte durchgeteilt und dann mit Wurst oder Käse, aber auch Marmelade belegt gegessen.

Das Haus liegt in einer Gegend, in der sowohl Velen wie Zwerge leben. Bei beiden Rassen ist das Backwerk von Rila gleichermaßen beliebt, denn sie bietet gute Ware zu vergleichsweise niedrigen Preisen. Der Laden ist ein Zimmer eines Wohnhauses, das nach vorne mit einer Tür versehen wurde. Das Haus trägt als Zeichen an der Front ein Laib Brot aus Metall, man sagt, es sei von Bafrik geschmiedet worden, doch das ist wohl recht unwahrscheinlich. Rilas Haus hat zwei Etagen in ist weiß gekalkt, die Balken heben sich durch eine leuchtend rote Farbe ab.

Netzknüpferei

In dieser recht kleiner Werkstatt, die dem Halb-Atlantaner Jagabnelo untersteht, werden Netze aller Art gefertigt. Sie liegt am Diensthafen und fällt durch ein großes Netz auf, das die ganze Hausfront verdeckt. Die Netze reichen von kleinen Netzen, wie Gladiatoren oder Standfischer sie verwenden bis hin zu großen Treibnetzen, mit denen die großen Fischerboote ganze Fischschwärme einfangen. die Maschengrößen richten sich ganz nach den Wünschen des Kunden von der Größe eines Haies bis hin zu Netzen, aus denen nicht einmal ein Stichling entkommen würde.

Der Kunde und seine Wünsche sind König bei Jagabnelo, doch viele Kunden hat er nicht, ein Großteil seiner Netze werden von den örtlichen Händlern gekauft und in alle Gegenden Dracandrias verschifft.

Nagelschmiede

Diese sehr spezialisierte Schmiede wird von Baka einem kräftigen Hügelzwerg betrieben, sie liegt in der Gegend nördlich der Werftarbeitersiedlung und ist wirtschaftlich stakt abhängig von der Janus-Werft. Fast alle Nägel, die in der Schmiede hergestellt werden kauft die Werft auf, da es für sie einfacher ist, als die Nägel selber herzustellen. Für den Hausbau werden weniger Metall- als viel mehr Holznägel verwendet, daher ist dieser Markt für die Schmiede nicht zugänglich. Es lässt sich jedoch gut als einziger Nagelschmied in Tredalor leben, da sehr viele Schiffe gebaut werden.

Bakas Schmiede ist ein Großes Haus aus roten Ziegeln mit einem hohen Schornstein, dessen schwarzer Rauch bei schlechtem Wetter große Teile des Viertel einhüllt. Obwohl die Stadtverwaltung schon öfter unter Strafandrohung für Abhilfe sorgen wollte, hat sich nichts geändert, denn Baka behauptet, es müsse so rauchen, damit die Nägel gut werden. Außerdem würde sich der Verwaltung hüten, die Schmiede wirklich zu schließen, denn ohne Nägel keine Schiffe und ohne Schiffe keine Marine und viel schlimmer, kein Handel. Was der starrköpfige Zwerg genau verbrennt, weiß niemand, und es will wohl auch lieber keiner wissen, jedenfalls stinkt es entsetzlich, so dass elf den Bewohnern der näheren Umgebung nur einen kräftigen Wind wünschen kann.

Nadiëla’s

ist die beste Goldschmiede und Edelstein Schleiferei am Ort. Die hier (teilweise von der Meisterin selber) gefertigten Schmuckstücke sind von großartiger Schönheit. In der hohen Gesellschaft gehört es momentan dazu, Schmuck von Nadiëla zu tragen. Das erklärt auch den extremen Preisanstieg in letzter Zeit. Das einfache Volk kann sich die Auslagen betrachten und sich wünschen, einmal so reich zu werden, sich auch nur einen schlichten Ohrring leisten zu können. Mehr als ein Traum wird es jedoch nie werden.

Im Inneren des weißgekalkten Hauses tritt der Kunde in einen Raum von 12*15 Metern. Vor der gegenüberliegenden Wand befindet sich ein Tressen aus dunklem, poliertem Holz hinter dem sich immer jemand aufhält, der jedem Kunden mit Rat und Tat zu Seite steht. In die Steinwände rund um den Raum herum eingelassen befinden sich Nischen, in denen der Schmuck ausgestellt wird. Die hohe Decke wird von zwei Kronleuchtern geschmückt, deren Feinheit alleine einen Besuch in dieser Goldschmiede wert ist. Nadiëla hat sie selber geschmiedet, der eine ist ihre Meisterarbeit, den anderen hat sie später angefertigt, als sie in dieses neue, größere Haus umzog. Man sagt, jeder der Leuchter habe zwei Monate Arbeit gekostet.

Der Schmuck ist nicht sichtbar geschützt, doch will elf danach greifen, so stellt man schnell fest, das eine magische Barriere Langfinger an ihren Handwerk hindern soll. Die Auslagen selber bestehen aus geschliffenem roten Marmor auf dem die Schmuckstücke auf dunklen, farblich passenden Samttücher präsentiert werden. Um eine der Nischen zu öffnen bedarf es eines Machtwortes einer der Mittarbeiter, bei teureren Stücken sogar Nadiëlas selber. Eine Tür führt in die hinteren Räume des Hauses, wo sich die Werkstätten und die Räume der Wächter befinden. Sollte man sehr vertrauenswürdig aussehen und den Wunsch äußern, so kann es sein, dass Nadiëla einem diese Räume zeigt.

Nadiëla selber ist eine junge Katzenfrau. Sie ist 1,70 groß und von außergewöhnlicher Schönheit. Einen festen Freund oder gar Ehemann scheint sie nicht zu haben, trotzdem hat sie bisher alle Heiratsanträge dankend abgelehnt. Sehr geheimnisvoll diese Frau, keiner weiß was sie tut, wenn sich nicht arbeitet, oder auch nur wo sie wohnt. Viele Gerüchte gibt es, sogar dass sie von den Götter abstammen soll. Aber würde eine Halbgöttin ihre Zeit damit zubringen, in einer Stadt Goldschmuck zu verkaufen? Oder ist Tredalor so wunderbar, dass sogar Götter hier wohnen möchten?

Möbeltischlerei

diese Tischlerei fertigt speziell für den Bedarf von Zwergen, das heißt, die Möbel sind zwar klein, aber extrem stabil, damit sie das harte Absetzen von vollen Bierkrügen und das Darauf-Herumtanzen ertragen, ohne Schaden zu nehmen. Baldret, der Tischler, fertigt meist ein Stück nur einmal für einen Kunden, da es für ein Leben lang hält. Viele Lokaleinrichtungen sind in dieser Tischlerei gefertigt, damit sie den allabendlichen Belastungen standhalten.

Baldrets Laden liegt in mitten des Zwergendorfes, in einem Haus, das fast nur aus Holz gebaut zu sein scheint, was jedoch ein Irrtum ist, unter der Holzverkleidung verbergen sich dicke Steinmauern. Baldret ist zwar nicht günstig, dafür sind seine Waren auch sehr gut. Sein oberstes Prinzip ist Stabilität, was dazu führte, dass auch die Janus-Werf bei ihm Möbel zur Ausrüstung von Schiffen kauft. Das geht aber nicht so einfach von Statten wie man sich das jetzt vielleicht vorstellt, denn der Zwerg weigerte sich beharrlich, und sei der Preis noch so gut, etwas zu bauen, das dann auf dem Wasser schwimmen sollte. Er hat eben eine sehr persönliche Beziehung zu seinen Werken. Da die Werft aber unbedingt Möbel aus Baldrets Fertigung haben wollte, dachte man sich eine List aus, um doch noch an die Möbel zu kommen. Ein beliebige Lokal oder eine Privatperson kauft das entsprechende Möbelstück bei dem Zwergen. Nach einigen Tagen wird es oder sie des Stückes überdrüssig und findet in der Werft einen dankbaren Kunden, so dass bei diesen Aktionen sogar noch etwas Gewinn herausspringt. Das geht jetzt schon seit einigen Jahren gut, bleibt abzuwarten, wann der Zwerg diesen Betrug durchschaut.

Kutschenmacher

zwischen den beiden Ost-West Hauptstraßen es Ortes befindet sich die Werkstadt eines Wagners, der sich auf das Anfertigen von Kutschen für die Damenwelt spezialisiert hat. Jede Familie, die etwas auf sich hält, hat mindesten eine dieser Kutschen. Sie sind natürlich nicht so günstig, wie ein normaler Wagen, aber dass sie extrem teuer sind kann elf andererseits auch nicht sagen. Diese Kutschen seid deutlich bequemer als ein normaler Wagen. Sie werden exakt nach den Wünschen der Käuferin gefertigt, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.

So ist es nicht weiter erstaunlich, dass keine Kutsche, die man in der Stadt sieht, der anderen gleicht. Sie unterschieden sich nicht nur im Wert der Ausstattung und damit im Kaufpreis, sondern auch in ihrem grundsätzliche Aussehen. Einige sind so gebaut, dass die Dame selber lenken muss, andere haben Platz für einen Kutscher, einige sind offen, andere haben Dächer aus gewachstem Stoff und wieder andere verfügen über eine geschlossene Kabine. Es gilt bei allem der Grundsatz: „Jedem das Seine.“

Sogar eine Kutsche, die den alten elfischen Schiffen nachempfunden in Form eines Schwanes gebaut ist, hat man schon gesehen. Besonderes Aufsehen erregte eine Kutsche in Form eines Kürbis, die im letzten Jahr eine Dame zu einem der prächtigsten Bällen brachte. Es ist mir allerdings nicht bekannt, wer sich dieses Fahrzeug hat bauen lassen und der Kutschenmacher schweigt sowieso.