Archiv der Kategorie: Handel und Dienstleistungen

Die Zinnschmelze

Unterstütz das anarchische Prinzip der Dunkelzwerge. In der Mine darf jeder graben wo und wie viel er will, die Schmelze bezahlt nach Gewicht des Zinnes. Auch der Verkauf des Zinnes regelt auch die Schmelze. Es wird nur von städtischen Kaufleuten aufgekauft und in alle Welt exportiert. Der jeweilige Besitzer der Schmelze ist eindeutig der reichste unter den Zwergen, auch wenn den wirklichen Profit an dem Metall natürlich die Händler aus der Stadt machen. Doch der Posten verspricht immerhin soviel Bier, dass immer wieder Zwerge mit der größeren Axt sich zum Chef machen.

dass die Arbeit an den Schmelzöfen nicht besonders förderlich für die Gesundheit ist, haben sogar die dummen Dunkelzwerge eingesehen, insofern verrichten sie diese Arbeit nicht selber, sondern haben sich dafür Troll-Sklaven gekauft. Wenn ich schon sowieso kein Troll sein möchte, da schon mal überhaupt nicht, die Strafen sind genauso hart wie die Arbeit, das Essen und die Unterkünfte sind schlecht und Geld gibt es sowieso nicht. Man stellt also fest, es gibt doch noch eine Lebenstufe unterhalb der Dunkelzwerge – man mag es nicht glauben.

Weinhandlung

Der hier verkaufte Wein wird hauptsächlich an die Dunkelzwerge der Zinnminengegend verkauft, wenn diese einmal kein Bier trinken wollen. die Qualität würde einem Wein gewohnten Velen zwar den Magen umdrehen, doch den Zwergen kommt es nur auf einen Rausch zu günstigen Preisen an. Ein Wunder überhaupt, dass es diesen Laden noch gibt, denn wann wollen Zwerge schon mal Wein trinken.

Es geht allerdings das Gerücht, dass dieses Gesöff bei Velen als Putzmittel recht beliebt ist. Das Geschäft richtet sich in seinem Äußeren ganz nach seinen Kunden, die Fassade ist bröckelig und die Farbe platzt hier und da ab. Im Inneren liegen Flaschen umher, rissiges Holz und ungewaschene Vorhänge beherrschen das Bild. Allzu gut kann der Umsatz denn wohl doch nicht sein.

Traiks Tierhandlung

Dieser Halbling verkauft seine Tiere nach Katalog, sie sind dann auf einer Weide außerhalb der Stadt abzuholen. Die Stadtbevölkerung weiß um Traiks Qualität und um seine Preise. Doch getreu dem Grundsatz „Was gehen mich die Geschäfte des anderen an“ rät keiner der Bewohner auf Nachfrage von einem Kauf in diesem Geschäft ab. Die Tiere sehen im Katalog wirklich gut aus, haben aber auch wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Reisende sind Traiks Hauptgeschäft. Wenn die Tiere zusammenbrechen sind sie meistens schon weit genug weg, um nicht umzukehren und sich zu beschweren.

Das Haus mach einen sauberen Eindruck und ist immer gut unter Farbe. Das ist nötig, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Traik selber ist 1,06m groß, trägt nie Schuhe und kleidet sich am liebsten in bunte Gewänder. Abends kann man ihn beim Kartenspiel in einer der Hafenkneipen finden. Reisende als Kunden haben auch noch einen weiteren Vorteil, wenn sie ihr „Tier“ erst einmal eine gewisse Strecke fortgetragen haben, bevor es zusammenbricht, so müssten sie den mehr oder weniger langen Weg zu Fuß zurücklegen, und die Mühe scheuen die meisten Reisenden. Sollte tatsächlich einmal jemand zurückkommen, um sich zu beschweren, hat Tarik es bisher jedesmal geschafft, völlig unauffindbar zu sein.

Man munkelt, Tarik würde auch Geschäfte mit der Gilde machen, zum Beispiel seine Ware von ihr beziehen oder ihnen gute Pferde verkaufen. Es ist nur ein Gerücht, aber warum nicht – macht nicht fast jeder Geschäfte mit der Gilde?

Die Teestube

ist sowohl ein Teelokal, als auch ein Laden, in dem man verschiedene Sorten Tee kaufen kann. Zweiteres ist es sogar vor allem. Assamly die Besitzerin ist von durchschnittlicher Schönheit (für männliche Tuschezeichensprecher mag das anders erscheinen). Der Tee kommt direkt per Schiff oder Karawane aus dem Land der Tuschezeichensprechen. Einige Teesorten kommen fertig von dort, andere mischt und veredelt Assamly selber durch Beigabe der verschiedensten Aromen. Die besondere Attraktion der Teestube ist ein Tee, der nach der Ernte gleich auf eine Karawane verladen wird und erst auf der Reise trocknet. Dieser sogenannte Karawanentee ist etwa drei bis viermal so teuer wie normaler Tee.

Das Ladenlokal ist von Innen weiß gestrichen und im Lokalteil mit schwarzen Möbeln ausgestattet. Die Wände sind mit allerlei dingen aus dem Land der Tuschezeichenspecher geschmückt, so finden sich Seidentücher, bemalte Schirme, kleine Lampen und andere Dinge. Die Teestube ist ein beliebter Platz für die Jugend, um sich nachmittags oder abends zu treffen, denn der Schankbereich ist recht günstig und man kann hier gemütlich sitzen und über alles mögliche reden.

Die Teesorten, die man hier kaufen kann, sind so vielfältig, dass ich sie unmöglich alle aufzählen kann. Die Aromen reichen von allen denkbaren Früchten über Gewürze bis hin zu Tees, die nach velenischen Festen benannt sind und auch irgendwie danach schmecken, auch wenn es nicht leicht ist, jemandem zu erklären, wie ein Fest schmeckt. Ein Tee, der es mit besonders angetan hat, trägt den Namen „Tuareg“, was ein Wüstenvolk in einem sagenhaften Land namens Sahara sein soll. Dieser Tee schmeckt derart nach Pfefferminze, dass einer meiner Gäste einmal äußerte, es sein vielleicht besser, ihn zu rauchen, anstatt ihn zu trinken. Ich habe es noch nicht versucht, aber es findet sich bestimmt jemand, der schon Erfahrungen damit gesammelt hat.

Das Äußere der Teestube erinnert mehr an ein Wohnhaus als an einen Laden oder ein Lokal, in den kleinen Fenstern finden sich zwar einige Auslagen, doch die übersieht elf leicht, wenn er den Laden nicht kennt.

Soltar der Schmied

Soltar ist vielleicht nicht der beste velenische Schmied, den man sich vorstellen kann, aber das macht nicht viel aus. Seine Haupeinnahmequelle ist der Handel mit Informationen. Durch sein schier unglaubliches Spitzelnetz in Tredalor weiß er über alles und jeden Bescheid. Und er macht sein Wissen zu Gold. Zu viel Gold! Inzwischen ist sein Vermögen und sein Einfluss so stark gewachsen, dass selbst die Diebesgilden ihm mit Vorsicht begegnen müssen. Was nicht heißt, dass sie ihn fürchten, aber wer verzichtet schon gerne auf eine sichere und vergleichsweise einfache Informationsquelle?

Dem arglosen Betrachter mag dieser Sachverhalt nicht ins Auge fallen. Eine Schmiede, in der Metall in allen Varianten verkauft wird. Vom Schwert zum Spaten, von der filigranen Bronzeskulptur bis zum Hammer. Doch dem Kenner wird auffallen, dass die Arbeiten von vielen unterschiedlichen Schmieden geschmiedet wurden, denn Soltar ist faul. Er lässt seine Leute und sein Geld für sich arbeiten. Da er viel Wert auf Stil legt und seine Fassade, die eigentlich keinem Zweck mehr dient, da jeder weiß womit er in Wahrheit sein Geld verdient, kann man in seinem Lagen sehr gute Waffen und auch andere Ausrüstungsgegenstände kaufen. Manchmal kann man dort sogar Waren der bekanntesten velenische (auch wenn niemand weiß, wo diese sind) und auch zwergischen Schmiede erstehen (sie sind natürlich alle von Soltar persönlich!).

Soltar ist nach außen hin sehr „velenisch“ und intolerant gegenüber anderen Rassen, doch in Wahrheit ist er nur egoistisch. Er ist nur auf seinen Vorteil bedacht. Er lebt in einem der nobelsten Häuser im Nord-Osten der Stadt, wo er auch seine „Schmiede“ betreibt. Wenn man sich diesen Straßenzug genau anschaut, wird man feststellen, dass sich erstaunlich viele Unauffällige verteilt haben und man hier besser keinen Aufstand proben sollte. Wo und wie Soltar seine Spitzel verteilt hat, und wen er geschmiert hat, weiß wohl außer Soltar niemand genau. Er hat zwar Gehilfen, die die Arbeit für ihn tun, kaum einer weiß jedoch vom anderen. Man sollte versuchen Soltar in Ruhe zu lassen und hoffen, dass er nicht allzu viel über einen erzählt. Das ist sowieso einer der Sichersten Wege in Tredalor ein langes und glückliches Leben zu haben.

Reederei

Die Reederei liegt direkt an der Seereede in einem ehemaligen Kontor. Das Gebäude hat vier Stockwerke, ist aus rotem Backstein erbaut und zeichnet sich durch ein Schiffsmodell aus, welche über dem Eingang hängt. Innen befindet sich ein Büro mit einem langen Tressen, an dem die Kunden, zumeist die Vertreter großer Handelshäuser, ihre Verhandlungen tätigen. Der Reeder Jadelik, ein Velen von beachtlichem Alter, führt das Geschäft zusammen mit seinem Sohn Gefron. Beide haben abgeschlossene Zimmer im Hintergrund des Büroraumes, in denen besonders wichtige Verträge geschlossen werden. Die Reederei transportiert Waren für jeden, der nicht über ein eigenes Schiff verfügt oder dessen Ladekapazitäten erschöpft sind. Die Transportgüter werden in Comerzlasten zu je 6000 Pfund gerechnet. Kleinere Mengen als einen Comerzlast muss man von einem Fischer oder sonst einem Bootsbesitzer befördern lassen.

Die Reederei ist eins der ältesten Häuser in der Stadt. Schon seit Anbeginn der Stadtgeschichte wurden Lasten auf diese Weise von diesem Unternehmen transportiert. Man könnte meinen, die Reederei spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Tredalor. Und das ist wahr. Es wird einem der Urahnen der jetzigen Reeder zugeschrieben, die Stadt als einen kleinen Handelsposten gegründet zu haben. Doch in aller Bescheidenheit weist Jadelik, wenn man ihn auf seine Ahnen anspricht, darauf hin, dass es keine schriftlichen Überlieferungen aus dieser frühen Zeit gibt und es daher unbewiesene Vermutungen sind. Er ist viel zu sehr Kaufmann, um sich mit Dingen aufzuhalten, die nicht beweisbar sind und zudem kein Geld einbringen. Was wahrscheinlich viel mehr der Grund ist, ist, dass Jadelik zu sehr in das öffentliche Interesse rücken würde. Er interessiert sich zwar für Politik und hat auch im Hintergrund eine gewichtige Stimme, doch in Vordergrund möchte er nicht stehen.

Ganz anders hingegen sein Sohn Gefron, er ist nicht Jedeliks wahrer Sohn, sondern wurde im Alter von 3 Jahren von ihm adoptiert. Der Sohn ist redegewandt, sieht sich gerne in der Öffentlichkeit, hat aber leider kaum Ahnung von dem, was er so redet. So ist es ihm zu verdanken, dass der Reederei schon öfter Aufträge verloren gegangen sind und im letzten Jahr sogar Korruptionsvorwürfe gegen die Reederei erhoben wurden, die nur mit Mühe entkräftet werden konnten.

Das Prachttor

ist der Sitz des Rates der Banken. Das rote Backsteingebäude überspannt die Parkstraße. Diese Straße ist diejenige, die den Park mit den Kulturstätten darin vom Vierten der Banken trennt. Der Rat der Banken ist nicht eine Art Gilde der Banken, er mach den Geldhändlern keine Vorschriften. Der Rat dient nur dazu, um nicht erlaubte Absprachen zu treffen oder sich einfach nur zu unterhalten. Es ist schon ein Erlebnis, einer solchen Sitzung beizuwohnen, sie findet in der entspannten Umgebung der reich eingerichteten Räume dieser Gilde statt. Die Fenster sind mit dicken Samtvorhängen von dunkler Farbe umrahmt. Die Bankiers sitzen in ledernen Sesseln locker um Tische von Ebenholz herum. Es wird reichlich und gut gegessen und getrunken. Zu diesem Zwecke beschäftigt man uniformierte Diener, die das jeweils gewünschte formvollendet reichen. Geradezu nebenbei werden die wichtigsten Dinge des Geld- und Warenmarktes erörtert. Unten am Eingang stehen ständig zwei Wächter, die nur Personen einlassen, die ihnen entweder bekannt sind, oder in Begleitung von Personen sind, die sie (also die Wächter) kennen.

Die Pfandleihe

wird von einem Zwergen betrieben. Sie liegt am südöstlichen Rand des ehemaligen Zwergendorfes. Man kann hier fast alles zu Geld machen, zumal die Markt- & Münzaufsicht nicht so genau hinsieht, da das lange gebückte Arbeiten für keinen Beamten gut sein kann. Ob eine Zusammenarbeit mit der Diebesgilde besteht, konnte bisher nicht nachgewiesen werden und wer will schon ungerechtfertigte Beschuldigungen aussprechen (besonders, wenn es um die Gilde geht).

Das Bauwerk fällt durch seine dicken Mauern auf, die Fenster sind mit dicken Gittern gesichert und der Pfandleiher wohnt auch mit seiner Familie in diesem Haus, so ist es nie unbewacht und man sagt, er sein auch ein recht guter Krieger gewesen – oder ist noch wer weiß das bei einem Zwergen schon so genau? Und auch hier trifft die Lebensgrundlage der Stadt zu, es interessiert auch niemanden, solange man hier gute, dass heißt gewinnbringende, Geschäfte machten kann, könnte der Besitzer in seinem Vorleben sonstwas gewesen sein, es würde sich niemand darum kümmern.

Ein ganz besonderer Service der Pfandleihe ist es, dass man dort Dinge zurückkaufen kann, die von jemandem gefunden wurden, bevor man selber sie verloren hatte. (In der Regel finden sich diese speziellen Dinge aber im Fundbüro wieder) Diese Dinge sind nicht immer ganz preiswert, aber viele Bürger und Reisende hängen ja an dem einen oder anderen Gegenstand. Ich will damit nicht sagen, dass Raub in Tredalor kein Verbrechen ist. Es gibt ja auch genügend Mittel, sich davor zu schützen (viele haben mit Geldzahlungen zu tun), aber es ist sicherlich ein Teil des Lebens in der Stadt.

Kunstgewerbeladen

Gelegen in einem der besseren Viertel kann man in diesem Laden verzierte Gegenstände aller Art kaufen. Der Inhaber stellt viele seiner verkauften Gegenstände selbst her und man kann ihm im Laden bei der Arbeit zusehen. Er verkauft z.B. Waffenscheiden, Kästen, bestickte Kleidung, Modeschmuck und Töpferwaren. Es ist schon verwunderlich, wie vielseitig Emodo ist, er versteht sich sowohl aufs Töpfern, wie auch auf die verschiedensten Formen der Handarbeit mit Stoffen und aufs Schnitzen.

Einzig die Schmuckschmiedearbeiten macht er nicht selber, doch Schmuck kauft man sowieso nur dann hier, wenn er nur einen Abend zu einem besonderen Kleid getragen werden soll und dann nie wieder angelegt wird. Emodo stellt seit kurzem Schmuck und Kleidung im Stil der archaischen Antlantaner her, die zwar kaum jemand je gesehen hat, aber gerade sehr beliebt sind. Diese Gegenstände erfreuen sich besonders unter den jungen Velen einer großen Beliebtheit.

Kontore an der Seereede

sind für das Umschlagen von nicht so wertvollen Gütern gedacht (z.B. Rohwolle), deren Einlagerung in der Speicherstadt zu teuer werden würde. Wie jedoch das ganze Viertel einen etwas zweifelhaften Eindruck macht, ist auch bei einigen dieser Händler ihr Reichtum nicht durch die Waren zu erklären, mit denen sie angeblich handeln. Doch bewiesen ist das nicht. Festzustellen ist jedoch, dass die wirklich reichen Händler in dieser Gegend nicht zu finden sind. Man munkelt jedoch, dass die Besitzer einiger Kontore nur Mittelmänner sind, und die wahren Besitzer in den höchsten Schichten der Gesellschaft zu finden sind.

Tagsüber wird mit Holz, Fisch, wie schon gesagt Wolle und anderen Dingen im mittleren Preisniveau gehandelt. Nachts wird mit ganz anderen Dingen Handel betrieben, einige Kontore verwandeln sich in Spielclubs oder Läden in denen man nicht ganz alltäglichen Sachen kaufen kann. Was das im einzelnen ist vermag ich auch nicht zu sagen. Schließlich habe ich als Teil der städtischen Verwaltung nicht überall Zutritt. Diese Kontore sind ein leuchtendes Beispiel für die beiden Seiten des Lebens in Tredalor, einer Stadt, die man bei Nacht kaum wiedererkennt.

Doch, wenn es Euch edler Reisender reizt, ein wenig Abenteuer zu erleben und Ihr ein wenig Geld übrig habt, dann geht doch eines Nachts einfach einmal in diese Gegend und sehr Euch um. Ich bin bestimmt ein dankbarer Zuhörer für die Geschichten, die ihr am nächsten Morgen zu erzählen habt.