Das Ockerstück

fällt schon von weitem durch eine große ockerfarbene Scheibe an der Hausfront auf, die dem Lokal als Schild dient. Auch diese nahe der Schule gelegenen Gastwirtschaft ist das Lieblingslokal einer Gruppe von Schülern, in diesem Falle sind es die Handelsschüler. Der Wirt ist ein älterer Velen, der sich auf keinen Fall aufs Handeln einlässt, da er gegen die in diesem Fach ausgebildeten Schüler wahrscheinlich wenig Chancen hätte. Er selber war ein recht erfolgreicher Händler, bevor eine Intrige ihn sein Vermögen kostete und er das Ockerstück eröffnete, doch von diesem Vorleben weiß keiner seiner Gäste.

Man findet hier des Öfteren alteingesessene Kaufleute aus der Stadt, die sich nach neuen Angestellten oder gar Juniorpartner umsehen. Diese müssen die allerbesten Fähigkeiten haben. Die wichtigste ist, durchschnittlich zu tun, denn die Kaufleute müssen immer das Gefühl haben, die Oberhand zu behalten. Wer würde schon einen Angestellten annehmen, von den er vermuten würde, dass der einem selber über kurz oder lang das Geschäft aus der Hand nimmt. Die wichtigste Fertigkeit eines jungen Händlers ist es also genau das richtige Maß an Mittelmäßigkeit an den Tag zu legen, damit der eine Anstellung in einem Hause findet, das es sich später zu übernehmen lohnt.

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