Der goldene Ring

ist unbestritten das beste Hotel und die beste Gastwirtschaft der Stadt, in der auch ich meinen abendlichen Wein zu trinken pflege. Die Preise sind zwar etwas höher als in der restlichen Stadt, doch das stellt sicher, dass nur wirkliche Velen von hoher Geburt oder sonstigem Ansehen in diesem Lokal verkehren. Nicht nur die Gäste sondern auch die ausgesuchte und geschmackvoll teure Einrichtung trägt zu der Besonderheit des goldenen Ringes bei.

Jeden Abend belustigt mich das dumme Gesicht des Halbogers, der dem Hotel als Türsteher dient. Dieser stellt sicher, dass man vor ungebetenen Gästen oder unliebsamen Überraschungen sicher ist. In den mit Kirschholz getäfelten Räumen, die stilvoll von kupfernen Leuchtern erhellt werden, sitzt man an Tischen für vier oder acht Personen. Die Ober tragen rote Uniformen mit goldenen Ornamenten darauf und erfüllen den Gästen fast jeden Wunsch augenblicklich. Das Besteck ist ebenfalls aus Kupfer, doch mit silbernem Kern, der besseren Stabilität wegen. Alles in allem ein Lokal in das man immer wieder gerne geht (wenn man es sich leisten kann, natürlich).

Der Hotelteil besticht durch saubere, wundervoll eingerichtete Zimmer, für ein oder zwei Personen. Hier ist alles ebenso geschmackvoll, wie im Restaurant, in dem die Hotelgäste übrigens ihre Mahlzeiten einzunehmen pflegen. Zum Frühstück bietet man hier etwas ganz besonderes. Alle Speisen werden auf einem langen Tisch an der Stirnseite des Speisesaales aufgebaut und die Gäste können wählen, was sie essen möchten. Dieser Aufbau lässt nichts vermissen, was man sich zum Frühstück vorstellen könnte.

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