Fundbüro

Ja hier ist sie nun, die genialste Einrichtung, die sich der Chef einer Diebesgilde ausdenken kann, um sich und seinen Angestellten eine legale Existenzsicherung zu bieten. „In einer so großen Stadt mit vielen Kneipen und Märkten verliert auch selbst der vorsichtigste und aufmerksamste Reisende oder Händler diese oder jene Kleinigkeit, und jeder ehrliche Bewohner oder Gast kann aufatmen, weil er genau weiß, das eine ganze Berufssparte mit der Wiederbeschaffung noch nicht verloren gegangen Wertgegenstände beschäftigt ist. Am Eingang, genauer gesagt über dem Tor prangt ein Schild, das die Funktion dieses Gebäudes eindeutig als Fundbüro ausweist, wobei dem aufmerksamen Betrachter (oder sollte ich lieber Reisenden sagen?) nicht entgehen kann, das die Mitglieder des hier ansässigen Berufszweiges nicht gerade eben mit Armut geplagt sind.

Nun um zur Sache zu kommen, der Vorbeigehende passiert eine lange Front aus buntem, undurchsichtigem Glas, kommt an einer portalartigen Tür vorbei, um dann zur Abwechslung eine lange Front aus buntem, undurchsichtigem Glas zu passieren, dem Neugierigen jedoch, der es wagt in dieses Heiligtum der Handwerkskunst einzudringen, wird es schier die Sprache verschlagen: kostbarster Schmuck aus allen Ecken des Reiches, wertvollste Gemälde, teure Kleider, ja sogar edelste Waffen aller nur erdenklicher Art sind schon von Leuten verloren worden. Dies, so wird dem Interessierten klar, ist natürlich noch längst nicht alles, aber die anderen Sachen sind zu wertvoll, als das man sie der gemeinen Bevölkerung einfach so zur Schau stellen könnte, und deshalb lagern diese Bücher und Schriftstücke in einem besonders gesichertem Raum. Ja wie ich schon sagte, reich werden kann man als Betreiber eines solchen Geschäfts natürlich nicht, aber was tut man nicht alles für das Gemeinwohl zuliebe. Man denke nur, je mehr Gegenstände gefunden werden, desto mehr von den Vitrinen in denen sie ausgestellt werden, müssen her, es ist also somit nur ein kleines Opfer für den Besitzer, wenn er für, durch seine eigene Schlampigkeit, abhanden gekommene Gegenstände 3/4 ihres geschätzten Neuwerts entrichten muss. Wie sollte es bei der Vorsicht und Verschlagenheit dieser Gilde auch anders sein, natürlich sind die ausgestellten Gegenstände nur Illusionen. Im Keller des Gebäudes befindet sich ein großer Raum, der die Funktion eines riesigen Panzerschrankes erfüllt, in ihm sind die gesamten Fundsachen gelagert. Der Zugang zu diesem Raum ist eine Geheimtür in Schwarz Velen, die zusätzlich mit einem magischen Schloss mit einer Zeichenkombination versehen.

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