Kontore an der Seereede

sind für das Umschlagen von nicht so wertvollen Gütern gedacht (z.B. Rohwolle), deren Einlagerung in der Speicherstadt zu teuer werden würde. Wie jedoch das ganze Viertel einen etwas zweifelhaften Eindruck macht, ist auch bei einigen dieser Händler ihr Reichtum nicht durch die Waren zu erklären, mit denen sie angeblich handeln. Doch bewiesen ist das nicht. Festzustellen ist jedoch, dass die wirklich reichen Händler in dieser Gegend nicht zu finden sind. Man munkelt jedoch, dass die Besitzer einiger Kontore nur Mittelmänner sind, und die wahren Besitzer in den höchsten Schichten der Gesellschaft zu finden sind.

Tagsüber wird mit Holz, Fisch, wie schon gesagt Wolle und anderen Dingen im mittleren Preisniveau gehandelt. Nachts wird mit ganz anderen Dingen Handel betrieben, einige Kontore verwandeln sich in Spielclubs oder Läden in denen man nicht ganz alltäglichen Sachen kaufen kann. Was das im einzelnen ist vermag ich auch nicht zu sagen. Schließlich habe ich als Teil der städtischen Verwaltung nicht überall Zutritt. Diese Kontore sind ein leuchtendes Beispiel für die beiden Seiten des Lebens in Tredalor, einer Stadt, die man bei Nacht kaum wiedererkennt.

Doch, wenn es Euch edler Reisender reizt, ein wenig Abenteuer zu erleben und Ihr ein wenig Geld übrig habt, dann geht doch eines Nachts einfach einmal in diese Gegend und sehr Euch um. Ich bin bestimmt ein dankbarer Zuhörer für die Geschichten, die ihr am nächsten Morgen zu erzählen habt.

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