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Traiks Tierhandlung

Dieser Halbling verkauft seine Tiere nach Katalog, sie sind dann auf einer Weide außerhalb der Stadt abzuholen. Die Stadtbevölkerung weiß um Traiks Qualität und um seine Preise. Doch getreu dem Grundsatz „Was gehen mich die Geschäfte des anderen an“ rät keiner der Bewohner auf Nachfrage von einem Kauf in diesem Geschäft ab. Die Tiere sehen im Katalog wirklich gut aus, haben aber auch wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Reisende sind Traiks Hauptgeschäft. Wenn die Tiere zusammenbrechen sind sie meistens schon weit genug weg, um nicht umzukehren und sich zu beschweren.

Das Haus mach einen sauberen Eindruck und ist immer gut unter Farbe. Das ist nötig, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Traik selber ist 1,06m groß, trägt nie Schuhe und kleidet sich am liebsten in bunte Gewänder. Abends kann man ihn beim Kartenspiel in einer der Hafenkneipen finden. Reisende als Kunden haben auch noch einen weiteren Vorteil, wenn sie ihr „Tier“ erst einmal eine gewisse Strecke fortgetragen haben, bevor es zusammenbricht, so müssten sie den mehr oder weniger langen Weg zu Fuß zurücklegen, und die Mühe scheuen die meisten Reisenden. Sollte tatsächlich einmal jemand zurückkommen, um sich zu beschweren, hat Tarik es bisher jedesmal geschafft, völlig unauffindbar zu sein.

Man munkelt, Tarik würde auch Geschäfte mit der Gilde machen, zum Beispiel seine Ware von ihr beziehen oder ihnen gute Pferde verkaufen. Es ist nur ein Gerücht, aber warum nicht – macht nicht fast jeder Geschäfte mit der Gilde?

Soltar der Schmied

Soltar ist vielleicht nicht der beste velenische Schmied, den man sich vorstellen kann, aber das macht nicht viel aus. Seine Haupeinnahmequelle ist der Handel mit Informationen. Durch sein schier unglaubliches Spitzelnetz in Tredalor weiß er über alles und jeden Bescheid. Und er macht sein Wissen zu Gold. Zu viel Gold! Inzwischen ist sein Vermögen und sein Einfluss so stark gewachsen, dass selbst die Diebesgilden ihm mit Vorsicht begegnen müssen. Was nicht heißt, dass sie ihn fürchten, aber wer verzichtet schon gerne auf eine sichere und vergleichsweise einfache Informationsquelle?

Dem arglosen Betrachter mag dieser Sachverhalt nicht ins Auge fallen. Eine Schmiede, in der Metall in allen Varianten verkauft wird. Vom Schwert zum Spaten, von der filigranen Bronzeskulptur bis zum Hammer. Doch dem Kenner wird auffallen, dass die Arbeiten von vielen unterschiedlichen Schmieden geschmiedet wurden, denn Soltar ist faul. Er lässt seine Leute und sein Geld für sich arbeiten. Da er viel Wert auf Stil legt und seine Fassade, die eigentlich keinem Zweck mehr dient, da jeder weiß womit er in Wahrheit sein Geld verdient, kann man in seinem Lagen sehr gute Waffen und auch andere Ausrüstungsgegenstände kaufen. Manchmal kann man dort sogar Waren der bekanntesten velenische (auch wenn niemand weiß, wo diese sind) und auch zwergischen Schmiede erstehen (sie sind natürlich alle von Soltar persönlich!).

Soltar ist nach außen hin sehr „velenisch“ und intolerant gegenüber anderen Rassen, doch in Wahrheit ist er nur egoistisch. Er ist nur auf seinen Vorteil bedacht. Er lebt in einem der nobelsten Häuser im Nord-Osten der Stadt, wo er auch seine „Schmiede“ betreibt. Wenn man sich diesen Straßenzug genau anschaut, wird man feststellen, dass sich erstaunlich viele Unauffällige verteilt haben und man hier besser keinen Aufstand proben sollte. Wo und wie Soltar seine Spitzel verteilt hat, und wen er geschmiert hat, weiß wohl außer Soltar niemand genau. Er hat zwar Gehilfen, die die Arbeit für ihn tun, kaum einer weiß jedoch vom anderen. Man sollte versuchen Soltar in Ruhe zu lassen und hoffen, dass er nicht allzu viel über einen erzählt. Das ist sowieso einer der Sichersten Wege in Tredalor ein langes und glückliches Leben zu haben.

Die Pfandleihe

wird von einem Zwergen betrieben. Sie liegt am südöstlichen Rand des ehemaligen Zwergendorfes. Man kann hier fast alles zu Geld machen, zumal die Markt- & Münzaufsicht nicht so genau hinsieht, da das lange gebückte Arbeiten für keinen Beamten gut sein kann. Ob eine Zusammenarbeit mit der Diebesgilde besteht, konnte bisher nicht nachgewiesen werden und wer will schon ungerechtfertigte Beschuldigungen aussprechen (besonders, wenn es um die Gilde geht).

Das Bauwerk fällt durch seine dicken Mauern auf, die Fenster sind mit dicken Gittern gesichert und der Pfandleiher wohnt auch mit seiner Familie in diesem Haus, so ist es nie unbewacht und man sagt, er sein auch ein recht guter Krieger gewesen – oder ist noch wer weiß das bei einem Zwergen schon so genau? Und auch hier trifft die Lebensgrundlage der Stadt zu, es interessiert auch niemanden, solange man hier gute, dass heißt gewinnbringende, Geschäfte machten kann, könnte der Besitzer in seinem Vorleben sonstwas gewesen sein, es würde sich niemand darum kümmern.

Ein ganz besonderer Service der Pfandleihe ist es, dass man dort Dinge zurückkaufen kann, die von jemandem gefunden wurden, bevor man selber sie verloren hatte. (In der Regel finden sich diese speziellen Dinge aber im Fundbüro wieder) Diese Dinge sind nicht immer ganz preiswert, aber viele Bürger und Reisende hängen ja an dem einen oder anderen Gegenstand. Ich will damit nicht sagen, dass Raub in Tredalor kein Verbrechen ist. Es gibt ja auch genügend Mittel, sich davor zu schützen (viele haben mit Geldzahlungen zu tun), aber es ist sicherlich ein Teil des Lebens in der Stadt.

Fundbüro

Ja hier ist sie nun, die genialste Einrichtung, die sich der Chef einer Diebesgilde ausdenken kann, um sich und seinen Angestellten eine legale Existenzsicherung zu bieten. „In einer so großen Stadt mit vielen Kneipen und Märkten verliert auch selbst der vorsichtigste und aufmerksamste Reisende oder Händler diese oder jene Kleinigkeit, und jeder ehrliche Bewohner oder Gast kann aufatmen, weil er genau weiß, das eine ganze Berufssparte mit der Wiederbeschaffung noch nicht verloren gegangen Wertgegenstände beschäftigt ist. Am Eingang, genauer gesagt über dem Tor prangt ein Schild, das die Funktion dieses Gebäudes eindeutig als Fundbüro ausweist, wobei dem aufmerksamen Betrachter (oder sollte ich lieber Reisenden sagen?) nicht entgehen kann, das die Mitglieder des hier ansässigen Berufszweiges nicht gerade eben mit Armut geplagt sind.

Nun um zur Sache zu kommen, der Vorbeigehende passiert eine lange Front aus buntem, undurchsichtigem Glas, kommt an einer portalartigen Tür vorbei, um dann zur Abwechslung eine lange Front aus buntem, undurchsichtigem Glas zu passieren, dem Neugierigen jedoch, der es wagt in dieses Heiligtum der Handwerkskunst einzudringen, wird es schier die Sprache verschlagen: kostbarster Schmuck aus allen Ecken des Reiches, wertvollste Gemälde, teure Kleider, ja sogar edelste Waffen aller nur erdenklicher Art sind schon von Leuten verloren worden. Dies, so wird dem Interessierten klar, ist natürlich noch längst nicht alles, aber die anderen Sachen sind zu wertvoll, als das man sie der gemeinen Bevölkerung einfach so zur Schau stellen könnte, und deshalb lagern diese Bücher und Schriftstücke in einem besonders gesichertem Raum. Ja wie ich schon sagte, reich werden kann man als Betreiber eines solchen Geschäfts natürlich nicht, aber was tut man nicht alles für das Gemeinwohl zuliebe. Man denke nur, je mehr Gegenstände gefunden werden, desto mehr von den Vitrinen in denen sie ausgestellt werden, müssen her, es ist also somit nur ein kleines Opfer für den Besitzer, wenn er für, durch seine eigene Schlampigkeit, abhanden gekommene Gegenstände 3/4 ihres geschätzten Neuwerts entrichten muss. Wie sollte es bei der Vorsicht und Verschlagenheit dieser Gilde auch anders sein, natürlich sind die ausgestellten Gegenstände nur Illusionen. Im Keller des Gebäudes befindet sich ein großer Raum, der die Funktion eines riesigen Panzerschrankes erfüllt, in ihm sind die gesamten Fundsachen gelagert. Der Zugang zu diesem Raum ist eine Geheimtür in Schwarz Velen, die zusätzlich mit einem magischen Schloss mit einer Zeichenkombination versehen.

Zoo

Der sogenannte Zoo ist nicht ein Zoo, wie ihn sich meine Leser jetzt möglicher Weise vorstellen. Es gibt hier ein ganz spezielle Art von wilden Tieren. In den oberirdischen Teilen des Zoos gibt es einige merkwürdige Exemplare der menschlichen Unterrasse zu sehen. Darüber hinaus finden sich hier einige seltenen und gefährliche Wesen Dracandias, darunter eine siebenköpfige Hydra, ein paar Riesenkröten, Hobgoblins und andere interessante Wesen. Eine besondere Gruppe stellen Wesen dar, die im Wasser leben. Für sie wurde ein Stück des Flusses abgegrenzt, da ein Aquarium sich durch den extremen Glaspreis von selbst verbietet.

Der wirklich spannende und besondere Teil des Zoos sind jedoch die unterirdischen Gewölbe. Dort zeigt der Zoo allen Besuchern über 50, die es sehen wollen, eine Auswahl von einmaligen Untoten: Zombies, Skelette, Ghoule und sogar zwei Vampire. Wie und womit diese Wesen gefüttert werden ist ein wohl-gehütetes Geheimnis. Der Zoo ist jedoch vor allem wegen seiner Besonderheiten sehr zu empfehlen. Ein Besuch ist nicht einmal teuer: 15 Goldstücke. Wer jedoch als Wärter anfangen möchte, sein gewarnt: der Verschleiß ist hoch! Den Zoo umgeben einige Geheimnisse, die nicht nur aus werbetechnischen Gründen gestreut wurden. Zum Beispiel weiß niemand, wo die Wesen herkommen, was sie zu fressen bekommen und wer überhaupt den Zoo betreibt. Die Gerüchte reichen von der mächtigen Diebesgilde, die hier ein wohl bewachtes Versteck für ihre Beute oder Gefangene hat, bis hin zu Außerweltlichen, die in Mitten der Stadt eine Basis für einen eventuellen Überfall geschaffen haben.

Doch normalerweise ist der Zoo ein Ort der Zerstreuung, in den man am Wochenende mit seiner Familie geht, der Gästen von Auswärts gerne gezeigt wird, immerhin ist er einzigartig in den Reichen, oder einfach ein Ort, an dem man ungestört mit Leuten reden kann, mit denen man nicht so gerne in der Öffentlichkeit gesehen werden möchte. Der Zoo ist eine übersichtliche Anlage, in der es fast unmöglich ist, Gespräche aus Versehen mitzubekommen. Überdies hat die Polizei hier nur sehr eingeschränkte Rechte, da der Zoo Privatgrund ist, das in Tredalor bekanntlich sehr geachtet wird. Nicht umsonst gibt es die Redewendung: Besprechen wir das doch im Zoo.

Der Privathafen

liegt an der Seerede und ist durch ein Tor und eine Mauer gut vor neugierigen Blicken geschützt. In diesem Hafen liegen schnelle Boote der Händler, die sich zu wichtigen Terminen bringen können. Aber auch sehr zweifelhafte Schiffe finden sich in diesem Hafen. Sie laufen öfter in dunklen und nebeligen Nächten aus als am helllichten Tage und niemand weiß, wohin sie fahren. Auffällig ist nur, dass oft in den selben Nächten andere Schiffe mit wertvollen Ladungen spurlos verschwinden. Man munkelt, dass viele der Schiffe und Boote, die hier liegen, einer der Diebesgilde unterstehen. Das ist natürlich völlig unbewiesen und entspricht daher nicht der Wahrheit. Piraterie ist in Tredalor durch die starke Hand der Hafenpolizei überhaupt nicht möglich, das Risiko wäre viel zu groß. Das Verschwinden der Schiffe kann also in keinem Zusammenhang mit dem Auslaufen der Boote stehen, es muss sich um bedauerlich Unfälle handeln. Die Boote laufen bestimmt nur aus, um ihre Besitzer oder eine teure Ware schnell zu einem Bestimmungsort zu bringen, der sicherlich auch bei genauer Überprüfung in ihren Frachtpapiere findet.

Die Boote und Schiffe, die hier liegen sind alle schlank gebaut und haben viele Segel und teilweise zusätzlich noch Ruder. Sie sind reich verziert, denn ihre Besitzer sind allesamt reiche Leute. Einigen von ihnen sieht man an, dass sie gebaut wurden, um teure aber leichte Ware zu tragen, die schnell zu ihrem Bestimmungsort kommen müssen. Andere sind zum Vergnügen ihrer Besitzer gebaut, innen finden sich Polster, edles Holz und aller Luxus, den man erwarten kann, wenn man von anstrengenden Geschäften ausruhen möchte und einfach nur nichts tun möchte.