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Die Ezlore

ist das Lokal der Dunkelzwerge. Sie leben recht abgeschieden im Westen Tredalors nahe ihrer Zinnmiene. Besucher außer dem Minenarbeitern kennt die Erzlore eigentlich nicht. Was heiß eigentlich, wer sich hierher verirrt muss entweder total betrunken, besser noch in einem Zustand, den dieses Wort gar nicht mehr beschreibt, oder völlig verrückt sein.

Die allabendlichen Schlägereien prägten das stadtbekannte Sprichwort „Hier geht’s ja zu wie in der Erzlore!“ Die ausgeschenkte Bier ähnliche Flüssigkeit ist nur ein Vorwand, um zu den Schlägereien zu erscheinen. Der Laden besteht auch einem einzigen Raum, Innenausstattung gibt es schon lange nicht mehr, nur einen aus den Resten von Bierfässern gezimmerten Tresen, hinter dem der Barzwerg in Deckung gehen kann, wenn er sich nicht mitprügeln möchte. Von Außen ist es ebenso schäbig wie der Rest des Dunkelzwergenviertels, denn diese Zwerge leben nach der Devise – Arbeiten um zu trinken, alles andere ist egal.

Es gilt unter jungen Velen als Mutprobe, abends hierher zu gehen, doch diese Proben haben in letzter Zeit stark abgenommen, zu oft wurde Mut mit Blut bezahlt. Tote gab es nur selten, aber die Verletzungen häuften sich, wobei gebrochene Knochen die harmlosesten waren.

Die offiziellen Organe der Stadt schreiten natürlich nicht ein. Immerhin bauen die Dunkelzwerge eine beträchtliche Menge Erz für bei geringen Kosten ab. Dieses Zinnerz ist gerne genommen und solange die Zwerge nur in ihrem Viertel für Unruhe sorgen und tagsüber fleißig graben, sind sie einigermaßen gerne geduldet.

Die Münze

befindet sich unterirdisch unter der Seefestung. Das nötige Metall (Kupfer mit einer Einlagerung von 7,5 Prozent Iridium(aber das ist eine absolutes Staatsgeheimnis)) kommt per Schiff aus  Kunash über die große Insel zur Münzpräge. Auch diese große Insel liegt in der Bucht vor Tredalor und es ist nicht weit bis zur Seefestung.

Vor dem Prägen wird de Metall noch eine Anzahl anderer Komponenten zugegeben (die sind so geheim, dass nicht einmal ich sie kenne). Die große Insel ist fast völlig untergraben. Grund dafür sind eine größere Anzahl von Dunkelzwergen, denen die Stadt das Privileg auf 1799 Jahre verliehen hat, das einzige Münzmetall zu fördern. In den höheren Ebenen des Bergwerkes sind Vorräte für den Belagerungsfall eingelagert. Die Seeseite der Berkwerksinsel sind Schanzen für Balistastellungen in den unbegehbar gemachten Felsen gegraben. Von Außen sind sie fast nicht auszumachen, von innen haben sie sowohl Zugänge von der Oberfläche, als auch aus dem Bergwerk. Die Insel ist oberflächlich bewaldet und enthält einige versteckte Wildgehege zur Versorgung der Minenarbeiter. Die einzigen Zugänge zu diesen Gehegen führt direkt in das Bergwerk.
Die Bergwerke sind aber bei Weitem nicht so ergiebig, wie man gedacht hatte. Daher wird das meiste Metall inzwischen importiert. Das allerdings ist auch eine der Dinge, über die nicht so gerne geredet wird.

Der Wert der Münzen beträgt auf Grund der von der Stadtverwaltung garantierten Deckung 10, 20 oder 50 Goldmünzen, je nach Prägung. Die im Umlauf befindliche Geldmenge wird streng von einer städtischen Stelle überwacht. Das Entwerten von Geldstücken ist strafbar. In den drei größten Handelsgesellschaften erkennen sogenanntes Siegelgeld an. Das Geld der Stadt heißt auf Grund seiner Färbung „Ockergeld“ und wird auch in anderen Städten gerne angenommen.

Es ist fast nicht möglich, das Geld von Tredalor nachzumachen. Vor 423 Jahren gelang es einem genialen Alchimisten, Geld zu schaffen, das fast so gut war wie das Ockergeld, man musste schon sehr genau sein, um den Unterschied festzustellen. Man sagt er wurde für sein Verbrechen nicht hingerichtet, sondern die städtische Münze machte sich sein Wissen um das Mischen von Metallen zu nutze. Seit der Zeit sind nur noch falsche Münzen aus anderen Städten aufgetaucht. Fremdes Geld wird in Tredalor zwar genommen, doch nur nachdem sie eingehend geprüft wurden. Sollte man also mit „ausländischem“ Geld bezahlen wollen, kann es schon einmal geschehen, dass derjenige, dem elf es geben will, erst zu einer Bank geht, um die Echtheit prüfen zu lassen oder, wenn er etwas kulanter ist, nur nach der Adresse und dem Namen fragt. Keiner der Händler würde einen Reisenden misstrauen (oder es ihm gegenüber jedenfalls nicht zugeben) und sie werden sich auch jedesmal für diese Prozedur entschuldigen, aber wer will schon gerne betrogen werden.