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Die Seefestung

Die Burg befindet sich auf einem schroffen Felsen, der seine Gestalt teilweise erst von Zwergenhand seine jetzige Gestalt erhalten hat, teilweise schon vorher da war. Vor der Insel legten die Zwerge vor langer Zeit ein gefährliches Riff an, kein Schiff kann von dieser Seite näher als 200 Meter an die Insel herankommen. Die Festung in 100 Meter Höhe über dem Meer ist nur durch eine einziges Tor auf der Stadt zugewandten Seite zu betreten. Dort befindet sich ein Steg an dem immer zwei stark bewaffnete Fähren bereit stehen. Der unterseeische Gang, der die Festung mit der anderen, der Stadt vorgelagerten, Insel verbindet ist nur dem Festungskommandanten und dem Minenleiter auf der großen Insel bekannt. Zur Seeseite ist die Festung durch zwei Stellungen mit schweren Ballisten und Katapulten geschützt. Kein Schiff könnte sich der Insel nähern, wenn der Kommandant es nicht gestattet. Wenn es notwendig ist, können auch brennende Geschosse auf die Angreifer geworfen werden. Die Besatzung der Feste besteht ausschließlich aus degenerierten Zwergen, die bekanntlich mehr Angst vor Höhlen als vor Wasser empfinden.

Im Innenhof der Burg befindet sich ein Apparat dessen Funktion nicht auf den ersten Blick zu erraten ist. Es handelt sich dabei um die neuste Erfindung von Eltrikon, dem doch recht zweifelhaften Erfinder, der am Rande der Stadt wohnt. Mittels einer Startrampe und einem Antrieb aus gewundenen Pflanzenfasern kann hier eine Flugmaschine in der Art eines Drachens (also so ein Fluggerät wie Kinder es zu spielen haben, nicht etwa eines aus Schuppen und Fleisch!) gestartet werden. Das Startkatapult wird durch das Gewicht von in die Tiefe fallenden Steinen betrieben. Der Pilot (ein Gnom natürlich, wer sonst wurde solchen Erfindungen trauen) kann bis zu drei Brandsätze auf ein feindliches Schiff abwerfen. Es stehen vier Flugapparate zur Verfügung, von denen jedoch mindestens einer immer kaputt ist. Das Fluggerät hat eine Reichweite von 1000 Metern, bei guten Bedingungen etwas (50 Prozent) mehr. Die Gefahr für herankommende Schiffe ist zwar lange nicht so hoch, wie die für den Piloten, doch die abschreckende Wirkung des Flugapparates ist beträchtlich. Was ist wohl erst in einer Stadt zu erwarten, die schon über der See einen solchen entsetzlichen Apparat einsetzt. Persönlich bewundere ich den Mut des Piloten, oder ist es Unwissenheit, dass er diese Gerät fliegt. Keiner hat mitgezählt, wie oft er schon ins Wasser gefallen ist, wie oft Eltrikon schon die eine oder andere Veränderung vorgenommen hat. Das Ding ist aber immer noch lebensgefährlich – aber sagen würde das niemand. Wenn elf schon eine so berühmten Erfinder in der Stadt hat, will man ihn doch nicht verärgern.

Die Feuerwehr

liegt sehr zentral, da sie alle Bereiche der Stadt, natürlich in erster Linie die besseren Wohngegenden, aber auch die Holzhäuser der einfacheren Bevölkerung und die zahlreichen Handwerksbetriebe, schnell erreichen muss. Sie wurde nach dem Brand von 5684 (dieser sonderbaren Zeitrechnung, die nicht unsere ist), der fast die Hälfte der Stadt zerstörte, gegründet. Es handelt sich um eine Berufsfeuerwehr, die sich bisher erfolgreich hat gegen die Erfindungen von Eltrikon wehren können. Daher ist auch die relative Zuverlässigkeit zu erklären.

Als besonders gefährdeter Bürger besteht die Möglichkeit, einen Vertrag mit der Feuerwehr abzuschließen. Inhalt dieses Vertrages ist, dass man beim Verlassen des Hauses für längere Zeit, seinen Schlüssel bei der Feuerwehr abgibt und dieses von Zeit zu Zeit nach dem Rechten sieht und eventuelle Zimmerbrände schon im Keim ersticken kann. Diese Dienstleitung kostet je nach Entfernung des Wohnortes von der Feuerwehrwache und der Brandgefahr zwischen 60 und 300 Ocker-Gulden im Monat. Eine sehr sinnvolle Erfindung diese Feuerwehr, seit es sie gibt, ist es nicht zu nennenswerten Stadtteilbränden oder schlimmerem gekommen.

Finanziert wird sie im Übrigen nicht nur von der Stadt, sondern auch von einer sogenannten Brandkasse. Diese Brandkasse ist eine Art Versicherung, in die man Geldbeträge einzahlt, die sich nach der Feuergefährdung des Hauses richte. Eine Schmiede mit Reetdach zum Beispiel wäre sicherlich teuer als ein aus Stein errichteter Laden. Brennt das Haus ab, so bekommt der Besitzer von der Brandkasse einen Betrag an Geld erstattet, der ungefähr dem Wert des Hauses entspricht kurz bevor es ein Opfer der Flammen wurde. Diese Brandkasse jedenfalls unterstützt die Feuerwehr, denn Vorsorge ist besser als Nachsicht, besonders wenn es um Geld geht.

Die Brandkasse ist im Übrigen nicht freiwillig, jeder, der in Tredalor ein Haus besitzt muss Gelder einzahlen. Der jeweilige Hauptmann der Feuerwehr setzt die Höhe des zu zahlenden Betrages für ein neues Haus fest. Die Beträge werden neu festgelegt, wenn ein Gebäude den Besitzer wechselt, vorher nicht. Es lohnt sich also, ein Bauwerk möglichst lange zu besitzen, da es noch nie vorgekommen ist, dass der zu zahlende Betrag gesunken ist. Vor kurzem wurde übrigens auch Erbschaft zu einem Besitzwechsel erklärt.

Das Fischerdorf

Das Fischerdorf liegt östlich und ein wenig südlich der Stadt am Meer. Es wird von vier Familien bewohnt und im Gegensatz zur Stadt selber sind die Lebensbedingungen einfach und die Arbeit ist schwer, doch die Fischer sind alle zufriedene Leute. Die Fischer benutzen kleine, flache Boote, mit denen sich drei bis vier Meilen auf das Meer hinausfahren und dort ihre Netze auswerfen. die Boote besitzen zwar einen Mast und Segel. Da aber nachts fast nie Wind weht, werden sie normalerweise gerudert. Der Erfolg der nächtlichen Fischzüge ist verhältnismäßig groß. Auch wenn die Preise, die die Fischer bei den Händlern in Tredalor erzielen nicht besonders hoch sind, reicht es doch, um ihr einfaches Leben zu sichern.

Die Fischer gehören zu den Leuten, die hin und wieder unter den Erfindungen des Eltrikon zu leiden haben, zumal er in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt. Doch gegen großzügige Bezahlung findet sich immer ein Fischer, der ein neues Netz oder Boot oder ein neues „unbeschreibliches“ ausprobiert. Das Leben bedrohende Situationen sind bei diesen Tests bisher glücklicherweise ausgeblieben.

Haus A

Das Haus ist wie alle im Dorf ein einfaches Fachwerkhaus mit reetgedecktem Dach. Doch sind die Häuser recht stabil gebaut, da sie den hin und wieder vorkommenden Herbststürmen trotzen müssen. Das Dorf ist ja nicht durch eine Mauer geschützt und steht recht nahe am Meer.

Im Inneren gliedert es sich in eine Küche (fließend Wasser gibt es auf dem Dorfplatz), ein Schlafzimmer mit zwei Betten (die Tochter der Familie soll Priesterin Estvalkudions werden und ist deshalb in einem Tempel untergebracht) und einem Wohnzimmer mit auffallen vielen Stühlen (die Dorfgemeinschaft liebt es, im einem der Häuser zusammenzusitzen und sich über das Neuste zu unterhalten). Jakob der Fischer ist ein fröhlicher Mann, der keinem etwas zu Leide tut.

Haus B

Es ist dem ersten nahezu identisch, nur ist es etwas kleiner und man betritt durch die Haustür sogleich das Wohnzimmer. Ein normal großer Mann hätte Probleme in diesem Haus aufrecht zu stehen, wenn er es überhaupt betreten würde, denn der Bewohner ist ein Zwerg, Kromlin mit Namen, mit seiner Frau. Es mutet etwas merkwürdig an, einen Zwergen unter Fischern zu finden, zumal es sich um einen Bergzwergen handelt. Doch es gibt eine ganz einfache Erklärung: Der Zwerg war in seinem Clan als Feigling verschrien und legte ein Gelübde ab, 34 Jahre lang jeden Tag aufs Wasser hinauszufahren. Aus diesem Grunde lebt er unter den Fischern und ist ein etwas mürrischer Typ, da er Wasser und alles, was damit zu tun hat nicht leiden kann. Er hat aber noch 20 Jahre vor sich und in Wohnraum, der eher einer Höhle als einem Zimmer gleicht, findet sich eine Tafel, auf der sich für jeden schon vergangenen Monat ein Kreidestrich befindet.

Haus C

Dieses Haus ist deutlich das größte und prächtigste in diesem Dorf. Auffällig sind die stilgemäß überhaupt nicht zu Haus passenden Säulen links und rechts des Eingangs. Das Haus beinhaltet neben den schon bekannten Räumen einen Laden und einen Lagerraum von beträchtlicher Größe. In dem Laden gibt es alles, was ein Fischer zu täglichen Leben braucht, es werden aber auch die gefangenen Fische über dessen Laden in die Stadt verkauft.

Der Laden ist ein großer Raum, den man durch den Säuleneingang betritt. Direkt gegenüber dem Eingang steht ein langer, immer gut polierter Tresen, hinter dem gewöhnlich der Inhaber steht. An beiden Seiten stehen hohe Regale, in denen die verschiedenen Waren liegen. Die Regale sind so hoch, dass Leitern auf Rollen an den Regalen hin und hergeschoben werden können, um auch die oberen Fächer erreichen zu können.

In den hinteren Räumen wohn der Ladenbesitzer mit seiner Frau, die beiden Kinder sind schon seit einigen Jahren aus dem Haus und leben in der Stadt. Diese Räume bekommt der normale Besucher jedoch nicht zu sehen. Das Haus ist das einzige im Dorf, dessen Fenster mit Gardinen geschmückt sind. Der Ladenbesitzer ist ein Mensch von 54 Jahren.

Haus D

ist wieder ein Fischerhaus, doch neben der bemerkenswerten Raumaufteilung im Inneren fällt ein Schuppen rechts vom Haus auf. Der Fischer ist neben bei der Bootsbauer des Dorfes, der allerdings seit Jahren kein neues Boote mehr gebaut hat, da die Werft in der Stadt einfach preiswerter ist. Er wird aber immer noch Jörn der Bootsbauer genannt, die Fischer sind recht wenig flexibel, wenn es darum geht, von Gewohnheiten abzuweichen. Er hat sich also darauf verlegt, kleine Schäden an den Booten zu reparieren. Diese Leistung nehmen die anderen Fischer gerne an, denn die Reparaturen sind schnell und gut gemacht und sie müssen sich nicht mit dem Leuten aus der Stadt auseinandersetzen. Denn die halten sie für ein bisschen absonderlich.

Erfinderwerkstatt und Tempel der Heilkunst

Das Gebäude ist ein reetgedecktes Fachwerkhaus, gelegen an einer Landstraße, die nach Osten aus der Stadt führt. Auf einem Aushängeschild neben der Tür ist zu lesen: „ERLEUCHTUNG. HEILUNG. ERFINDUNG.“. Rechts neben dem Haus steht ein etwa sechs Meter hohes Windrad, das über ein kunstvolles Getriebe zwei Bienenkörbe in drei Meter Höhe in kreisende Bewegung versetzt. Der Konstrukteur, gnomischer Besitzer des Hauses, will mit der Demonstration dieser „bahnbrechenden Idee“ den Imkern beweisen, dass die mühsame Arbeit des Honigschleuderns überflüssig geworden ist. Ständig surren Bienen hinter den rotierenden Bienenkörben her. Einem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgehen, dass überall in der näheren Umgebung die Bienen nie geradeaus, sondern immer in Schleifen fliegen, und dass die Tiere beim Honig saugen kreisförmig um die Mitte einer Blüte torkeln. Der Gnom, Eltrikon mit Namen, ist eine Art Priester. Er hat einen Pakt mit den Göttern geschlossen: Unter der Bedingung, dass Eltrikon neues landwirtschaftliches Gerät entwickelt, garantieren die Götter ihm hexerische Fähigkeiten.

Im Inneren des Hauses findet man diverse weitere Erfindungen, die bestimmt unglaublich nützlich sind, doch leider weiß niemand wozu. Die vorderen Räume sind für Besucher offen und der Gnom freut sich über jeden, der Interesse an seiner Arbeit oder seinen Erfindungen zeigt. Diese Räume sind sauber und weiß verputzt, das schlichte Aussehen wird durch einige dunkle Möbel nicht gestört.

Wenn man wirklich Heilung bedarf, ist es jedoch nicht ratsam, Eltrikon aufzusuchen. Viel zu leicht könnte man Opfer einer neu erfundenen Salbe oder Behandlungsmethode werden als wirkliche Heilung zu erfahren.

Die hohe Schule der Magie

ist eine großer Gebäudekomplex nahe der westlichen Stadtmauer. Hier sind an der 70 Magier versammelt. Sie grenzen sich von der restlichen Stadt durch eine hohe Mauer aus blauem Stein und einen Wald ab, der durch einen magischen Unfall entstanden ist, doch das wissen nur die wenigsten (also die Sache mit dem Unfall, den Wald kann schon jeder sehen). Zabon der Ältere versuchte einst, einen goldenen Baum zu erschaffen, der auf ewige Zeiten von seiner (also des Zauberers) Größe zeugen sollte. Er dachte wochenlang über eine Formel nach, benötigte Monate, um die nötigen Komponenten zusammenzusammeln. Es war sehr abstruses Zeug, wo findet man schon die Träne einer Fichte? Nun ja, Zabon fand sie und zog sich in seine Gemächer zurück, um den wunderbaren Spruch zu wirken. Drei Tage und Nächte hat ihn niemand zu Gesicht bekommen. Zabon ordnete die Komponenten den Vorschriften gemäß an und begann, die Formeln zu zelebrieren. Irgendein Fehler muss ihm unterlaufen sein, denn an der Stelle, auf die er sich konzentriert hatte, stand kein goldener Baum, sondern ein kleiner grüner(!) Wald. Seither wurde er von seinen Magierkollegen nur noch Zabon der Waldschaffer genannt. Er versuchte sich nie wieder an einem Zauber, der nur im entferntesten mit Pflanzen zu tun hatte.

Die Schule ist schon sehr alt und früher soll es tatsächlich Zeiten gegeben haben, in denen hier Magie gewirkt und entwickelt wurde. Heute ist es eine Schule, die sich mit „moderner“ Naturwissenschaft befaßt. Magie wird nur noch eingesetzt, um sich des tägliche Leben etwas zu erleichtern, zum Beispiel um Essen erscheinen zu lassen oder Staub zu wischen. Hin und wieder kommt es in der Schule zu Erkenntnissen, die dem Wohl der Stadt weiterhelfen. So hat elf zum Beispiel festgestellt, dass Eltrikons Flugapparate nicht fliegen können, es sei gänzlich unmöglich. Und ganz Unrecht haben sie damit nicht. Doch normalerweise forschen die sogenannten Magier (das ist genau wie der Name der Schule ein historischer Begriff) vor sich hin, ohne vom Rest der Stadt bewusst wahrgenommen zu werden.

Die Schule ist ein nicht sonderlich schöner, achteckiger Zweckbau. Er besteht aus grauem Stein, der von zwergischen Händen gemauert wurde, ein magischer Bau hätte zu viele Nebenwirkungen gehabt. Hohe schmale Fenster lassen genau soviel Licht ins Innere, wie man für seine Studien benötigt, es ist aber auch wenig genug, dass niemand bemerkt, wenn einmal ein Kollege für ein paar Stunden einnickt. Der einzige Kunstgegenstand ist die Statue des Gründers der Schule Oktalar im Park. Über den künstlerischen Wert lässt sich allerdings streiten. Diese Statue ist auch das Ergebnis eines magischen Versuches, da der Abgebildete zur Zeit der Erschaffung nicht gegenwärtig war, musste der Künstler sein Werk aus den Gedächtnis schaffen. Wahrscheinlich war er sehr vergesslich oder er hatte sich Oktalar nie so genau angesehen. dass Oktalar ein Elf war, kann elf nur an Hand der Tafel am Sockel der Statue erkennen.

In letzter Zeit sind einige Forscher in der Schule aufgetaucht, die sich mit Dingen befassen, die sich die anderen nicht im entferntesten erklären können. Sie lassen Bürger schweben, Dinge verschwinden und wieder auftauchen und unternehmen noch viel unglaublichere Versuche. Es heiß, es könnte Magie sein, die diese Dinge gesehen lässt. Sollte es an der Schule der hohen Magie etwa eine Rückbesinnung auf alte Werte geben?