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Tongi

Tongihaven

  1. Hafenfestung
  2. Tongifischer
  3. Netzmacher
  4. Zimmermann
  5. Bootswerft
  6. „Zum ertrinkenden Zwergen“
  7. Kontore und Lager
  8. Fischhändler
  9. Wassermühle
  10. Tempel des Natal

Gäbe es Tongihaven nicht, das auf einigen Karten auch einfache Tongi genannt wird, würde die ganze Insel Tongi in arge Versorgungsnöte kommen, denn viele lebenswichtige Güter kommen per Schiff auf die Insel. Das wichtigste dabei sind landwirtschaftliche Nahrungsmittel, denn Ackerbau ist auf der Insel nicht möglich und wer will schon ausschließlich von Fisch leben?

Doch zurück zur Stadt. Tongihaven ist mit Ausnahme der Festung aus Holz gebaut, denn Holz gibt es reichlich im Hinterland. Zwei Sorten von Holz sind es vor allem, aus denen die Stadt besteht: zum einen des Holz des Gebrobaumes, das fast so hart und beständig ist wie Stein, zum anderen Sambroholz, das am besten mit Pappe zu vergleichen, aber nicht so empfindlich gegen Wasser ist.

Es hat sich gezeigt, dass man aus diesen beiden Hölzern sehr gute und beständige Häuser bauen kann. Selbst recht komplizierte Teile wie Scharniere oder Riegel werden aus Holz gefertigt, da sich Metall in der sehr salzhaltigen Luft als viel zu verwitterungsanfällig herausstellte.

Einzig die beiden Festungen wurden aus Stein gebaut, der Stück für Stück vom Festland herübergebracht wurde. Die Wände der Festung sind von außen mit Holz verkleidet. Das geschah aus zwei Gründen, zum einen als ästhetischen Gründen zum anderen, um eventuelle Feinde in Bezug auf die Festigkeit des Wehrbaus zu täuschen.

Welcher der beiden Gründe der wichtigere war, mag man die Bewohner von Tongihaven selber fragen, doch bei ihrem ausgeprägten Schönheitsbewusstsein kann der erste Grund durchaus der wichtigere sein.

Finden sich an den Häusern einzelne Ornamente und Schnitzereien, etwa ein Berufs- oder Familienwappen, so ist der Tempel das Natal eine wahre Augenweide. Die Wände sind über und über mit wunderbaren Schnitzereien bedeckt, die mit Hilfe von hell- und dunkelbrauner Farbe noch betont werden.

Tongihaven ist in ganz Nord-Dracandria für diese teilweise sehr alten Schnitzereien bekannt und berühmt (jedenfalls bei solchen Leuten, die sich für diese Art von Kunst interessieren).

Ich bin schon wieder ins Schwärmen geraten, doch glaube ich, ich sollte noch einige Dinge innerhalb der Stadt erwähnen, die vielleicht für Reisende interessant sind.

Da wäre wohl als erstes das Gasthaus „zum ertrinkenden Zwergen“, das ein etwas düsteres aber sehr gemütliches Innere hat. Es bietet gutes Essen, das allerdings etwas teuer ist, wenn es sich nicht um Fischgerichte handelt, und ausgezeichnete Weine, die allerdings auch vom Festland importiert werden müssen. Wenn die Insulaner von „Festland“ reden, ist in den allermeisten Fällen das Kaiserreich gemeint. Mit dem roten Land handeln nur die Wenigsten gerne.

Einige Besonderheiten sollte der Gast von Festland jedoch beachten. Das Glas klare Flüssigkeit, das man nach jedem Essen gereicht bekommt, ist Equella. Equella wird aus den gegorenen Früchten einer bestimmten Seetang Art gebrannt. Weiß man es nicht, schmeckt diese Alkoholart sehr interessant, weiß man es, möchte man meinen, einen Nachgeschmack nach Fisch festzustellen.

Quabbel ist ein Gericht, das zwar einen etwas absonderlichen Namen hat, aber sehr schmackhaft ist. Es handelt sich um gebratenen Tongi, einen Fisch mit weißem, würzigem und sehr festem Fleisch, der dadurch positiv auffällt, dass störende Gräten fast völlig fehlen. Dieser Fisch wird auf einer Basis aus Kartoffeln, Karotten und Porree serviert. Dazu trinkt man gewöhnlich einen trockenen Weißwein oder verdünnten Equella, der dann eine milchig weiße Farbe annimmt.

Eine Spezialität, an die man sich erst einmal gewöhnen muss, ist Selkja. Es handelt sich hierbei um rohen(!) Weißfisch, der kunstvoll mit anderen Speisen (Reis, Gemüse, anderen Meeresfrüchten…) kombiniert wird und dann in Form kleiner Häppchen serviert wird. Diese Speise erfreut sich auf Grund ihres sehr dekorativen Äußeren vor allem bei Festen und Feiern großer Beliebtheit, doch auch als Vorspeise ist Selkja recht beliebt.

Ich schweife schon wieder ab. Der Hafen ist das Zentrum der Stadt. Zu beiden Seiten überragt die Festung die Hafeneinfahrt. im eigentlichen Hafenbecken finden sich Stege aus Holz, an denen Handelsschiffe von Festland, aber auch einheimische Fischer festmachen. Von eben diesen und nur von diesen wird Tongi gefangen. Das Fanggebiet liegt nördlich und nordöstlich der Insel. dass niemand außer den Tongifischern hier Fische fängt, liegt vor allem an den beiden Kriegsschiffen aus Tongihaven, die ständig in dem Fanggebiet vor Ort sind.

Die angelandeten Fische werden in den Lagern am Hafen untergebracht und zum Teil schon verarbeitet. Im Allgemeinen werden die Fische jedoch nur gelagert, bis er entweder auf der Insel verbraucht oder aufs Festland gebracht wird. Der Geruch nach (altem) Fisch ist am Hafen nicht zu überreichen. Ratten und Katzen finden sich hier in reichlicher Zahl, sie sind allerdings beide satt und faul, dass kaum Feindschaft besteht.

Eine weitere Besonderheit der Stadt ist die Wassermühle, sie besteht selbstverständlich auch aus Holz. Hervorstechendes Merkmal ist das riesige Mühlrad (5m Durchmesser), das sich im Strom des Flusses dreht. Im Inneren mahlen zwei große Mühlsteine das Getreide, denn man bezieht lieber Korn als Mehl von Festland, denn erstens ist es billiger und zweitens verdirbt es weniger schnell.

Tongihaven wird vornehmlich von Menschen und Seehund-Menschen bewohnt, es finden sich aber auch einige Manen und sehr wenige Zwerge. Die Fischer sind alle Seehund-Menschen oder Menschen. Tongihaven gehört zum Herzogtum Tongi  und wird insofern von Tongiholm aus verwaltet. Der höchste Beamte in der Stadt ist der so genannte Tongiobere, ein Vertreter des Herzogs.

 

Tongiholm

Tongiholm
  1. Wohnbereich Samdron von Tongiholm
  2. Küche
  3. Medicus
  4. Zimmermann
  5. Stallungen
  6. Kaserne der Reiterei
  7. Maurer
  8. Kaserne der Fußtruppen
  9. Maurer
  10. Schmied
  11. Laden und „Gasthaus“

Tongiholm ist die Hauptstadt der Insel Tongi, obwohl Stadt vielleicht etwas übertrieben ist. Es handelt sich mehr um eine recht düstere Festung, die auf einem an der Nordspitze der Insel steht.

Ganz in der Nähe der Bibliothek gelegen bietet die Festung Platz für über dreitausend Mann Besatzung, von denen sich aber gerade einmal ein Zehntel zurzeit dort befindet.

Da es jedoch eine recht große Festung ist und sie für den Notfall auch für eine Belagerung gerüstet sein muss, finden sich eine Vielzahl von Handwerkern unter den Leuten, die hier leben und arbeiten.

Das Gasthaus genannte Gebäude ist zwar grundsätzlich ein solches, doch in Ermangelung von Reisenden, die man unterbringen könnte, ist es viel mehr zu einem Aufenthaltsraum für die Offiziere an den vielen langen und untätigen Abenden geworden.

Sollte jedoch einmal ein Reisender hierher kommen, so wird er hier gute und kostengünstige Unterkunft und Verpflegung finden.

Der Medicus ist ein Glücksfall für die Festung. Er ist hierhergekommen, um in Ruhe seine Forschungen betreiben zu können, doch da auch er von irgendetwas leben muss, hilft er sowohl bei Verletzungen, die das Kriegshandwerk so mit sich bringt, als auch bei ganz normalen Krankheiten.

Einige sagen ihm nach, seine Forschungen seiner nicht immer ganz natürlichen Art. Doch selbst wenn dem so wäre, die Kirche ist weit und fast jeder in Tongiholm hat schon einmal seinen Dienst in Anspruch genommen und wurde nicht enttäuscht.

Der derzeitige Herr über Tongiholm und mithin auch Tongi  ist Samdron von Tongiholm, ein Mann von fast vierzig Jahren und einem mächtigen Äußeren. Trotz seines Erscheinungsbildes ist er ein friedlicher Mann, der mehr auf den – wenn auch bescheidenen – wirtschaftlichen Erfolg seiner Insel sieht, als Gründe für Kriege zu suchen.

Bibliothek

Da es auf Tongi  kaum Landwirtschaft gibt und auch der Fischfang nicht gerade gewaltige Besuchermengen anlockt, hat es sich als der ideale Ort zum Sammeln und Bewahren alten Wissens herausgestellt.

So kam es, dass im Norden der Insel auf einem schroffen Berg die Bibliothek gegründet wurde. Nur eine schmale Straße führt in Serpentinen dort hinauf.