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Hotel „Zum verwesenden Leichnam“

Das Hotel liegt gleich neben dem grünen Drachen. Warum es diesen abschreckenden Namen trägt, weiß keiner mehr so genau. Gerüchte lauten, es soll einmal jemand in dem Haus ermordet worden sein oder Leute seinen hineingegangen und nicht in ihrer ursprünglichen Form wieder herausgekommen. Man sagt, dass hat mit den Wesen zu tun, die jetzt die Geisterstadt bevölkern, doch bewiesen ist gar nichts, auch wenn der Wirt alles tut, um jedes Gerücht am Leben zu erhalten, böse Zungen behaupten sogar, er würde in regelmäßigen Abständen neue Gerüchte erfinden und in Umlauf bringen. Der Wirt legt großen Wert auf den Ruf seines Hauses, deshalb hat er wohl auch eine Art Mumie als Schild für sein Hotel gewählt.

Die Zimmer sind anders, als der Name es vermuten lässt sauber und relativ modern. Die Preise sind jedoch recht hoch, da der Wunsch bei vielen Velen und anderen, in einem Haus mit diesem Namen zu schlafen, ebenfalls recht hoch ist. Das Essen nehmen die Gäste gewöhnlich im grünen Drachen ein, da der verwesende Leichnam nicht über eine eigene Küche verfügt. Wenn man den verwesenden Leichnam betritt, gelangt er in einen hellen, weiß gekalkten Raum, dessen linke Seite von einer Treppe aus Ebenholz beherrscht wird. Über sie gelangt man zu den Gästegemächern in der ersten Etage. Auf der rechten Seite befindet sich die Rezeption, hinter der der Besitzer und Wirt ein Velen zu finden ist.

Der verwesende Leichnam ist bei den Bürgern besonders für Hochzeitsreisen beliebt, da sie etwas Grusel gratis bekommen. Auf für den Grusel wird viel getan, so „spuken“ regelmäßig irgendwelche Bedienstete aus früheren Zeiten durch die Gänge, aber keine Sorge, es nimmt keine Ausmaße an, die die Nachtruhe erheblich stören würden. Also jeder, dem in seinem ausgefüllten Leben ein wenig Nervenkitzel fehlt, besonders Abenteurer von Außerhalb klagen ja oft darüber, sein eine Nacht im verwesenden Leichnam empfohlen.

Zoo

Der sogenannte Zoo ist nicht ein Zoo, wie ihn sich meine Leser jetzt möglicher Weise vorstellen. Es gibt hier ein ganz spezielle Art von wilden Tieren. In den oberirdischen Teilen des Zoos gibt es einige merkwürdige Exemplare der menschlichen Unterrasse zu sehen. Darüber hinaus finden sich hier einige seltenen und gefährliche Wesen Dracandias, darunter eine siebenköpfige Hydra, ein paar Riesenkröten, Hobgoblins und andere interessante Wesen. Eine besondere Gruppe stellen Wesen dar, die im Wasser leben. Für sie wurde ein Stück des Flusses abgegrenzt, da ein Aquarium sich durch den extremen Glaspreis von selbst verbietet.

Der wirklich spannende und besondere Teil des Zoos sind jedoch die unterirdischen Gewölbe. Dort zeigt der Zoo allen Besuchern über 50, die es sehen wollen, eine Auswahl von einmaligen Untoten: Zombies, Skelette, Ghoule und sogar zwei Vampire. Wie und womit diese Wesen gefüttert werden ist ein wohl-gehütetes Geheimnis. Der Zoo ist jedoch vor allem wegen seiner Besonderheiten sehr zu empfehlen. Ein Besuch ist nicht einmal teuer: 15 Goldstücke. Wer jedoch als Wärter anfangen möchte, sein gewarnt: der Verschleiß ist hoch! Den Zoo umgeben einige Geheimnisse, die nicht nur aus werbetechnischen Gründen gestreut wurden. Zum Beispiel weiß niemand, wo die Wesen herkommen, was sie zu fressen bekommen und wer überhaupt den Zoo betreibt. Die Gerüchte reichen von der mächtigen Diebesgilde, die hier ein wohl bewachtes Versteck für ihre Beute oder Gefangene hat, bis hin zu Außerweltlichen, die in Mitten der Stadt eine Basis für einen eventuellen Überfall geschaffen haben.

Doch normalerweise ist der Zoo ein Ort der Zerstreuung, in den man am Wochenende mit seiner Familie geht, der Gästen von Auswärts gerne gezeigt wird, immerhin ist er einzigartig in den Reichen, oder einfach ein Ort, an dem man ungestört mit Leuten reden kann, mit denen man nicht so gerne in der Öffentlichkeit gesehen werden möchte. Der Zoo ist eine übersichtliche Anlage, in der es fast unmöglich ist, Gespräche aus Versehen mitzubekommen. Überdies hat die Polizei hier nur sehr eingeschränkte Rechte, da der Zoo Privatgrund ist, das in Tredalor bekanntlich sehr geachtet wird. Nicht umsonst gibt es die Redewendung: Besprechen wir das doch im Zoo.

Die Geisterstadt

liegt nördlich der Janus-Werft und wird im Osten durch die Siedlung der Werftarbeiter begrenzt. Die Häuser in dieser Gegend unterscheiden sich von den modernen Ruinen nur dadurch, dass sie eben nicht allen Luxus bieten und wirkliche Ruinen sind. Geisterstadt heißt diese Gegend, weil sie kein Bewohner, der bei klarem Verstand ist, betreten würde oder gar dort wohnen wollte. Vor langer Zeit hat in diesem Viertel einen schreckliche Seuche gewütet, doch keine von der normalen Sorte an denen man einfach stirbt, sondern eine, die alle Wesen, die von ihr befallen wurden auflöste. Seit der Zeit jedenfalls spukt es in diesem Teil der Stadt . Des Nachts sind seltsame Lichter zu sehen, Kettengerassel zu hören und furchterregendes Gestöhne zu vernehmen. Die Arbeiter, die direkt an der Grenze zu diesem schauderhaften Viertel wohnen behaupten, ekelerregende Gestalten nachts durch die Straßen der alten Ruinenstadt torkeln gesehen zu haben.

Doch wie von einer unsichtbaren Wand zurückgehalten ist noch nie eine dieser Gestalten in die belebte Stadt gekommen, vielleicht finden sie die Lebenden ja genauso abscheulich wie umgekehrt. In der Geisterstadt befinden sich (von leben kann ja nicht die Rede sein) alle Arten von Untoten. Doch obwohl die Untoten in der Regel friedfertig sind, sollte jemand, der nachts in das Ruinenviertel geht, schon sehr besonnen vorgehen und über große Macht verfügen, um den nächsten Morgen noch zu erleben. Klar denkende Leute tun das wie schon gesagt nicht. In der Hauptsache finden sich Skelette und Zombis in der Geisterstadt, sollte es jedoch die Stärke der Besucher erfordern, so kommen auch die mächtigeren Formen von Untoten aus ihren Verstecken.

Geleitet werden die Taten aller Untoten von einem Gremium aus 12 Leichnamen ( 4 von ihnen waren Priester, der Rest reine Magier). Die Untoten haben keinesfalls die Absicht, ihr Viertel zu verlassen oder gar die Stadt zu erobern, sie sind eben da und stellen kein Problem dar, solange sie in Ruhe gelassen werden. Die Stadtbevölkerung hat sich an die Existenz dieser verbotenen Gegend gewöhnt und die Zeiten, in denen versucht wurde, die Untoten zu vernichten sind längst vorbei. Heute bezieht sich die Grundeinstellung der Städter („jeder soll glücklich werden, solange er mich nicht stört“) auch auf die Untoten. So unglaublich es klingt, man lebt (naja lebt?) friedlich nebeneinander. Doch sollte man (oder abenteurer) es wagen, nachts in die Geisterstadt zu gehen, so bietet sich einem ein verblüffendes Bild. Die Untoten scheinen das Nachts ein Leben zu führen, das mit dem normaler Leute tagsüber durchaus zu vergleichen ist. Es gibt Läden, in denen man alles mögliche und auch solche Dinge, von denen kein Lebender so genau weiß, wozu sie gut sind, kaufen kann, Bars und andere Vergnügungsbauten. Die Untoten haben es sich also so richtig gemütlich gemacht. Sie sehen es aber genauso ungern, dass Lebende in ihrer Bereich vorstoßen, wie umgekehrt und man sollte schon gute Gründe vorweisen können, um sich über diese Abgrenzung hinwegzusetzen.

Man erzählt von einem alten Mönch, der in den Viertel der Untoten ein- und ausging wie in seinem eigenen Haus, doch er verschwand vor ein paar Jahren spurlos. Gerüchte, er habe sich endgültig in der Geisterstadt niedergelassen, hat bisher noch niemand bestätigen können, was hauptsächlich daran liegt, dass niemand in die Geisterstadt geht. Es wird allerdings immer mehr eine beleibte Mutprobe unter jungen Städtern tagsüber einige Meter in die Geisterstadt zu gehen und sich an dem Grusel zu erfreuen. Wann das auch nachts beginnt bleibt abzuwarten, doch werden das die Untoten gar nicht gerne sehen. Was dann passiert, möchte ich nicht voraussagen müssen, doch könnte das zu ernsthaften Problemen für die Stadt führen. Es wäre doch sehr schade, wenn elf einen blutigen Krieg – und das würde er zumindest auf unserer Seite werden – führen müsste, nun um ein paar Gespenster loszuwerden, mit denen man jahrzehntelang gut zusammen, naja nebeneinander, gelebt (?!?) hat.