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Der fliegende Teppich

ist eins der schönsten Tanzlokale der Stadt. Eigentlich kann man sogar sagen, der fliegende Teppich ist das einzige wirkliche Tanzlokal der Stadt. Jeden zweiten Abend gibt es hier ein großes Fest. Diese Feste sind weithin bekannt, der Raum ist festlich, immer wieder anders, geschmückt, es bekommt außergewöhnliche Kreationen zu trinken und es entwickelt sich immer wieder die selbe feierliche Stimmung, die alle Beteiligten bis zum frühen Morgen in ihren Bann zieht. Jedes der Feste steht unter einer anderen Überschrift und die Dekoration und Getränke lehnen sich daran an.

Besonders lustig war es, als das Motto „Zwerge“ lautete, der Raum war wie ein Bergwerk hergerichtet, jedenfalls so wie Velen sich ein Bergwerk vorstellen und es gab Bier zu trinken, eine wirklich bemerkenswerte Erfahrung für die anwesenden Velen. Für die nächsten zwei bis drei Wochen standen sie den Zwergen gar nicht mehr so skeptisch gegenüber, ein Zustand, den sich die Zwerge überhaupt nicht erklären können. Inzwischen hat sich alles wieder normalisiert. Die Gesellschaft der Velen schätzt den fliegenden Teppich. Nur die Eldravelen meiden es, wenn sie neben ihrem edlen Gehabe überhaupt zum Tanzen kommen, dann nicht hier. Die Wirtin ist Eliana eine wunderschöne Katvelen von 200 Jahren. Sie trägt (wie sollte es anders sein) bevorzugt grüne Kleidung in einer Weite, dass sie sich zwar gut darin bewegen kann, doch keiner so genau weiß, ob und welche Waffen sich darunter verbergen. Zu normalen und anständigen Gästen ist sie jedoch ausgesucht freundlich und zuvorkommend.

Und unnormale oder gar unfreundliche Gäste kommen in der Regel im fliegenden Teppich nicht vor.

Weinhandlung „Bei Gilo“

Gilo führt ein hübsches, kleine Geschäft nahe dem Marktplatz der Zwerge. Die Weine, die er anbietet sind gut, aber nichts besonderes. Für Stammkunden hat Gilo in einer kleinen Ecke im Keller, in der die auch bessere Tropfen lagern, doch die sind wie gesagt nicht jedem zugänglich. Man oder besser noch Zwerg muss schon ausdrücklich danach fragen und außerdem Gilo sympathisch sein. Merkwürdig ist es schon, dass ein Velen seine Weinhandlung ausgerechnet im Viertel der Zwerge aufmacht, doch Gilo ist ein unverbesserlicher Weltverbesserer. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Zwergen die velenische Zivilisation zu bringen. dass diese gar nicht wollte, fiel ihm nie auf.

Heute haben sich die Zwerge mit diesem Velen abgefunden, der ihnen immerhin bei allen Fragen, die sie über die Velen und ihre Lebensweise habe, gerne Auskunft gibt. Das ist auch der Grund für die meisten Besuchte in diesem Laden, irgendein Zwerg hat eine Frage über die merkwürdigen Gewohnheiten der Velen, sei es, dass er irgendwo ein Gerücht gehört hat oder einen Besuch in einen der eher von Velen bewohnten Viertel machen musste. Dann geht er in Gilos Laden und stellt seine Frage. Da die Zwerge inzwischen den praktischen Nutzen dieses Missions-Velen erkannt haben, haben sie es sich zu Gewohnheit gemacht, immer eine Flasche Wein zu kaufen, bevor sie eine Frage stellen. Was die Zwerge mit dem Wein machen, ob sie ihn wirklich trinken oder irgendwo im Keller einlagern, ist mir unbekannt. Jedenfalls kann Gilo als weinverkaufendes Auskunftsbüro recht gut leben. Überdies kann er, wenn er abends in unserem Viertel mit anderen Velen zusammensitzt wundervolle Geschichten über die Fragen der Zwerge erzählen.

Das Krankenhaus der Velen

In diesem Krankenhaus werden selbstverständlich nur Velen behandelt. Es gibt zwar noch keine besonderen medizinischen Kenntnisse, aber man ist immerhin schon so weit, das Velen verbunden werden können und auch nach einiger Zeit aus dem Koma erwachen. Die Behandler behaupten starrsinnig, das sei ihr Verdienst; nun ja, nachprüfen kann man das ja schließlich nicht. Allerdings haben bisher nur Velen mit relativ guter Konstitution die „Behandlungs“-Methoden überlebt. Das liegt weniger an den Methoden als vielmehr daran, dass die Patienten meist erst sehr spät in das Krankenhaus gebracht werden, als letzter Ausweg sozusagen. Außerdem sind wie bereits gesagt die Methoden noch nicht so weit, dass man Verblutenden oder Velen mit abgetrennten Körperteilen helfen kann. Diese werden meist in den Tempel gebracht, in der Hoffnung, das man dort wenigstens für ihn betet.

Alle Velen, die schon tot gebracht werden oder im Krankenhaus sterben werden für Studien der Anatomie verwendet. Die Qualität der Behandlung ist allerdings weniger auf mangelnde Untersuchung als vielmehr auf die Behandler zurückzuführen. Unter den wirklich Begabten gibt es immer noch große Vorbehalte gegen diese Tätigkeit. Das Krankenhaus ist ein Holzbau von für seine Wichtigkeit extrem großen Ausmaßen.

Ich weiß nicht, wie es von innen aussieht, da ich selbstverständlich noch nicht drinnen war. Auch habe ich davon gehört, dass dort auch versucht wird die Kranken mit Tränken und Gasen wieder zu beleben. Doch soll dies für die Kranken eher eine Tortur, als eine Hilfe sein. Das Hauptmedikament soll Borfhak sein. Außerdem sind die Behandlungskosten nicht gerade als gering zu bezeichnen. Es soll bereits Kranke gegeben haben, die ihren Körper für Experimente frei geben mussten um die Rechnung zu bezahlen. Für diese Erlaubnis wird nämlich relativ viel Geld bezahlt. Es werden auch hin und wieder Körper von Nicht-Velen angekauft um auch deren Anatomie zu untersuchen. Meiner Meinung nach ist der Magie viel mehr zuzutrauen, wenn es um die Heilung von Velen geht, als diesem Krankenhaus, aber jeder soll selbst entscheiden, oder hoffen, dass die, die es für ihn tun, die richtige Wahl treffen, wenn er dazu nicht mehr in der Lage sein sollte.