Tempelbereich

Es finden sich zwei Tempel in dem Bezirk. den Haupttempel und einen Tempel in dem allen Götter gehuldigt werden darf. Ein solcher Ort ist in einer Stadt mit derartigen Glaubensfreiheit unbedingt von Nöten. Der gesamte Tempelbereich ist nicht von Straßen unterbrochen, er steht auf einer großen Grünanlage. Einzig der Friedhof grenzt sich von der Grünfläche ab. Auf jener Begräbnisstätte finden sich nur Gräber von Velen. Andere Bewohner ziehen andere Bestattungsformen vor (z.B. die Zwerge Feuer- und die Atla-Elfen Wasserbestattungen). Die gesamte Priesterschaft besteht auf Halblingen, was den Verdacht aufkommen lässt, dass irgendeinem minderen Diebesgott gehuldigt wird. Der wirkliche Gott jedoch ist der (wie sollte es anders sein) der Handel. Nur gebetet wird zu allen Zwölfen.

Götter sind in ganz besonderes Thema in Tredalor. Ein weiser Rat vor langer Zeit hat beschlossen, dass unterschiedliche Religionen dort, wo so viele Bürger auf engem Raum zusammenkommen, ein ernstes Problem werden könnte. Es wurde also ein Erlass herausgegeben, der das Ausüben irgendeiner Religionauf den Haupttempel beschränkte. Anfänglich gab es Widerstand bei verschiedenen Religionsgemeinschaften. Man traf sich heimlich, schmiedete teilweise sogar Pläne zum Umsturz. Doch die Geheimpolizei beendete diese Zustände innerhalb von zwei Jahren vollständig. Heute haben alle Priesterschaften sich mit der Regel abgefunden und keiner versucht mehr etwas zu ändern. Es wurde in Tempelbezirk ein Platz geschaffen, am den allen Göttern gehuldigt werden kann und diese scheint es nicht zu stören, dass sie sich einem Tempel teilen müssen. Bemerkenswert ist, dass sich im Laufe der Jahre ein eigener Tempel zu Ehren eines lokalen Gottes des Handels namens Trefnir entstanden ist. Obwohl dieser Umstand deutlich gegen die Religionsregeln verstößt, hat es bisher nicht einem den Antrag im Rat der Stadt gegeben, diesen Tempel zu schließen. Das mag daran liegen, dass alle einflussreichen Kaufleute wenn überhaupt an irgend etwas an Trefnir glauben.

Die halblingischen Priester haben eine besondere Bewandtnis, es begann alles in Jahre 7654 nach einer Zeitrechnung, die nicht die unsere ist… Trbildi Damdala kam nach Tredalor und wusste noch nicht genau, was er dort sollte, doch zu Hause konnte er nicht bleiben. Es hatten diverse Dinge zu seinen Gunsten den Eigentümer gewechselt und die Vorbesitzer sahen die Besitzveränderungen nicht ganz so positiv wie der kleine Halbling. In einer so großen Stadt wie Tredalor würden sie ihn aber wohl kaum finden. So wanderte er also ziellos durch die Straßen und landete irgendwann in einem Lokal, wo er einige Münzen in der Tasche eines reich aussehenden Velen fand, um sich ein Bier zu kaufen. Halblinge sind nicht besonders häufig in Tredalor anzutreffen und daher kam dem Velen, er war übrigens wirklich sehr reich, eine Idee. Er sprach den Halbling an und lud ihn in sein Haus ein. Tribildi willigte mit leuchtenden Augen ein, was würde sind in diesem Haus alles finden lassen! Dort erst einmal angekommen, wurde ihm aller Luxus geboten, den er sich vorstellen konnte und noch viel mehr. Doch nach einigen Wochen in diesem Paradies – Tribildi vergaß sogar, irgend etwas mitzunehmen – kam der Hausbesitzer auf seinen eigentlichen Plan zurück. Tribildi Damdala sollte Priester werden. — Er hatte nie viel von Religion gehalten, aber einige andere Teile der Abmachung, sie hatten mit Gold und gutem Essen zu tun, überzeugten ihn dann doch, das Angebot, das überdies mehr ein Befehl als eine Bitte war, anzunehmen. Seit der Zeit gibt es zum einen den Tempel Trefnirs und zum zweiten sind alle Priester Halblinge. Heute erinnert sich kaum noch einer an diese Geschichte, man glaubt, es ist der Wille des Gottes, dass seine Priester Halblinge sein müssen und diesen Willen erkennt man an. Den Priestern geht es gut, denn die meisten Gläubigen sind recht wohlhabend. So ist es auch kein Wunder, dass es nie Mangel an Bewerbern für freigewordene Priesterstellen gibt.

Print Friendly, PDF & Email