Zum grünen Drachen

ist eine Gaststätte, die durch nicht auffällt, wäre da nicht der Wirt. Das Essen ist gut, wenn auch nicht so reichhaltig wie in einigen anderen Lokalen, der Wein ist gut, aber nicht zu teuer. Die Innenausstattung ist eben so reichhaltig, wie elf es ich für den Genuss seines abendlichen Weines wünscht. Der grüne Drachen hat keine Zimmer, die gibt es direkt nebenan.

Der Wirt nun ist ein Halbling, was das Misstrauen vieler neuer Gäste erregt, doch ist er in keinster Weise der diebischen Tradition seines Volkes verbunden. Er weiß alte Geschichten zu erzählen, die selbst vielen anderen Angehörigen seines Volkes längst entfallen sind. Um diese Geschichten zu hören reicht es ihn freundlich darum zu bitten und eine Flasche Wein auszugeben, denn reden macht durstig. Ich selber bin oft im grünen Drachen, das mich Geschichten und Geschichte schon von Berufs wegen sehr interessieren. Man sollte jedoch viel Zeit mitbringen, wenn er es darauf anlegt, Geschichten zu hören, denn nach der ersten ist noch lange nicht Schluss und es kann durchaus sein, dass man bis in den frühen Morgen hier sitzt und sich durch die Erzählkunst des Halblings verzaubern lässt.

Bald vergisst man, wo man ist und wird völlig von diesen Geschichten gefangen, die wunderbarer nicht sein können, sie erzählen vor fernen Reichen und großen Städten, von Wüsten, die größer sind als der ganze Buchenwald und von Städten, die so prächtig sind, dass selbst die reichen Bürger von Tredalor Mühe haben, sie sich vorzustellen. Doch die Beschreibungen des Halblings sind so genau, dass man nach einiger Zeit des Zuhörens trotz aller Fremdartigkeit hat, mitten im Geschehen zu stehen. Ein wundervoller Ort, um nach einen langen, anstrengenden Tag die nötige (geistige) Entspannung zu finden.

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